Wahl des Jesuiten-Ordens Adolfo Nicolas neuer Jesuiten-Leiter

Die Jesuiten haben einen neuen Generaloberer gewählt: Künftig steht der spanische Adolfo Nicolas an der Spitze der Ordensgemeinschaft.

Der Spanier Adolfo Nicolas ist der neue Generalobere der Jesuiten. Der 71-Jährige wurde bei der 35. Generalkongregation in Rom am Samstag an die Spitze der "Gesellschaft Jesu" gewählt, wie die Jesuitengemeinschaft mitteilte.

"Multikulturelle Erfahrung": Adolfo Nicolas aus Spanien.

(Foto: Foto: AP)

Nicolas besitze aufgrund seiner Studienerfahrungen in den USA, Italien und Japan "multikulturelle Erfahrung" und gelte als modern und umgänglich, sagte Pater José Maria de Vera. Nicolas wurde von einer Mehrheit der 217 Delegierten nach zwölftägiger geheimer Beratung gewählt.

Nicolas folgt auf den Niederländer Peter-Hans Kolvenbach, der in einem beispiellosen Schritt in der mehr als vierhundertjährigen Geschichte des katholischen Männerordens um Entbindung von diesem Amt gebeten hatte; üblicherweise wird das Amt auf Lebenszeit vergeben.

Wegen der Farbe seines Gewandes und seines lange Zeit verdeckten Einflusses auf die Politik des Vatikan wird der Generalobere der Jesuiten auch als "schwarzer Papst" bezeichnet.

Die im 16. Jahrhundert von Ignatius von Loyola gegründeten Jesuiten zählen weltweit derzeit etwa 19.000 Ordensbrüder und gelten als eine der einflussreichsten Ordensgemeinschaften in der katholischen Kirche. Die Jesuiten mussten in den vergangenen Jahrzehnten allerdings einen deutlichen Mitgliederrückgang und Bedeutungsschwund vor allem in Europa verkraften. Hochburgen des Ordens gibt es heute in Asien, Lateinamerika und Afrika.