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Vorwürfe gegen US-Komiker:Ehemaliges Topmodel beschuldigt Bill Cosby

Bill Cosby

Neue Vorwürfe gegen Bill Cosby.

(Foto: Phelan M. Ebenhack/AP)
  • In einem Essay für die Vanity Fair beschuldigt das ehemalige Topmodel Beverly Johnson Bill Cosby, Drogen in ihren Kaffee gemischt zu haben.
  • Mehr als 20 Frauen werfen dem 77-Jährigen inzwischen sexuellen Missbrauch vor. Die meisten Fälle reichen mehrere Jahrzehnte zurück.
  • Der Entertainer selbst hat bislang alle Vorwürfe bestritten. Er muss sich inzwischen auch mit einer Verleumdungsklage auseinandersetzen.

Ehemaliges Topmodel beschuldigt Cosby

Nun erhebt auch eine Prominente Vorwürfe gegen Bill Cosby: In einem Essay für die Vanity Fair beschuldigt das ehemalige Topmodel Beverly Johnson den Komiker, er habe sie bei einem Treffen in seinem Haus in Manhattan unter Drogen gesetzt. "Lange dachte ich, das wäre etwas, das nur mir passiert wäre und für das ich irgendwie verantwortlich wäre. Deshalb habe ich es für mich behalten, im Glauben, diese Wahrheit müsse im Dunkeln bleiben", zitiert der Sender CNN Johnson. "Jetzt wo andere Frauen mit ihren Horrorgeschichte an die Öffentlichkeit gegangen sind, will ich mich anschließen."

Mehr als 20 Frauen werfen dem heute 77-Jährigen sexuellen Missbrauch vor, darunter auch Vergewaltigung. In Interviews schildern sie oft ähnliche Abläufe. Die meisten Fälle reichen mehrere Jahrzehnte zurück. Die Polizei in Los Angeles hat inzwischen eine offizielle Untersuchung der Vorwürfe wegen sexueller Nötigung eingeleitet. Cosby ist vor allem für seine Rolle als liebevoller Patriarch einer schwarzen Mittelklasse-Familie in der Sitcom "The Cosby Show" aus den 80er und 90er Jahren bekannt. Johnson war in den 70er Jahren ein bekanntes Model und die erste schwarze Frau auf dem Cover der amerikanischen Vogue.

Johnson berichtet über Drogen im Kaffee

Nun schreibt die Frau, der angebliche Vorfall, der jedoch kein sexuelles Vergehen beinhaltete, sei Mitte der achtziger Jahre passiert, als ihr ein Vorsprechen für eine kleine Rolle bei der Cosby-Show angeboten worden sei. Cosby habe sie nach Hause eingeladen und ihr einen Kaffee aufgedrängt. Sie hätte jedoch gemerkt, dass dieser mit Drogen versetzt war: "Beim zweiten Schluck war mir klar, dass ich betäubt worden bin."

Der Komiker habe sie gebeten, näher zu kommen. "Er legte seine Hände um meine Hüften, und ich versuchte, meine Hand auf seine Schulter zu legen, um nicht umzufallen." Sie habe Cosby dann jedoch klargemacht, dass sie wusste, was passiert sei. Johnson beschreibt nun, wie sie Cosby beschimpft hat. Der Komiker habe sie daraufhin hinausgeworfen. "Ich hatte Angst, dass mein Genick bricht angesichts der Gewalt, mit der er mich die Stufen hinabschleifte", schreibt sie.

Sie habe versucht, Cosby danach anzurufen, aber er habe nie zurückgerufen. Wie andere Frauen habe sie damals zu viel zu verlieren gehabt, um den Fall zu verfolgen. Nachdem sie die Geschichten der anderen Frauen gelesen habe, sei es nun Zeit, darüber zu sprechen.

Verleumdungsklage gegen Cosby

Cosbys Rechtsanwälte haben sich nach Angaben von Vanity Fair bisher nicht zu den Anschuldigungen geäußert. Cosby selbst hat bislang alle Vorwürfe bestritten. Er muss sich inzwischen auch mit einer Verleumdungsklage auseinandersetzen. Eines der mutmaßlichen Opfer, Tamara Green, setzt sich gegen den Vorwurf des Cosby-Lagers zu Wehr, eine "Lügnerin" zu sein und "völlig falsche" Angaben gemacht zu haben. Cosbys Agent David Brokaw wird beschuldigt, er habe Green der Lüge bezichtigt.

Bill Cosby Bill Cosby reicht Gegenklage ein
Missbrauchsvorwürfe

Bill Cosby reicht Gegenklage ein

Bill Cosby geht in die Offensive: Der unter Missbrauchsvorwürfen stehende US-Komiker hat gegen ein mutmaßliches Opfer nun selbst Klage eingereicht. Die Frau habe versucht, ihn zu erpressen.

Auch Green wirft dem Fernsehstar vor, sie bei einem Treffen in den frühen 70er Jahren, als sie ein hoffnungsvolles Model gewesen sei, unter Drogen gesetzt zu haben. Dann habe Cosby sie in seine Wohnung gebracht und sich gegen ihren Willen an ihr vergangen. Die Vorwürfe hatte Green bereits 2005 in einem Interview mit dem Magazin Newsweek erhoben. Im vergangenen Monat wiederholte sie die Anschuldigungen.