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Urteil von US-Gericht:7,2 Millionen Dollar Schadenersatz für "Popcorn-Lunge"

Mikrowellen-Popcorn soll ihn krank gemacht haben - jetzt ist ein 58-Jähriger aus Denver mehrfacher Millionär: Das Einatmen des Butteraromas soll bei dem Mann zu einer sogenannten "Popcorn-Lunge" geführt haben, einer Entzündung der Bronchien. Der Erkrankte verklagt daraufhin mehrere Konzerne - und gewinnt.

Fast täglich aß ein Mann aus Denver zwei Packungen Mikrowellen-Popcorn, zehn Jahre lang. Dann bekam er Atemprobleme. Die Diagnose: Der Mann leidet offenbar an einer "Popcorn-Lunge", die durch das Einatmen des künstlichen Butteraromas auf dem Mikrowellen-Popcorn entstehen soll. Daraufhin zog der Erkrankte vor Gericht, verklagte gleich mehrere Lebensmittelkonzerne - und ist jetzt mehrfacher Millionär.

7,2 Millionen US-Dollar sprach ihm ein Gericht zu, berichtet die Los Angeles Times. Der Mann hatte 2007 gegen die Unternehmen Gilster-Mary Lee, The Kroger Co. und Dillon Companies Klage eingereicht, nachdem er Probleme beim Atmen bekam.

Der Geschädigte führte an, die Unternehmen hätten die Verbraucher nicht davor gewarnt, dass das Butteraroma zu Lungenschäden führen könnte. "Ich sehe zwar aus wie ein gesunder Mann, aber ich habe nur noch 53 Prozent meiner Lungenkapazität - an guten Tagen", sagte der 58-Jährige gegenüber ABC News.

Die "Popcorn-Lunge" - beziehungsweise das Bronchiolitis Obliterans-Syndrom (BOS) - ist eine Entzündung der kleinen Atemwege und kann beispielsweise nach einer Transplantation auftreten. Experten zufolge könnte sie aber auch durch das in dem Butteraroma enthaltene Diacetyl ausgelöst werden.

Die Verteidigung führte nach einem Bericht des Fernsehsenders KCNC-TV an, dass die gesundheitlichen Probleme des Mannes auf seine jahrelange Arbeit mit Chemikalien zur Teppichreinigung zurückgingen. Die Anwälte prüfen laut Medienberichten nun, das Urteil anzufechten.

© Süddeutsche.de/dapd/vks/bero
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