Giftschlamm-Desaster in UngarnKampf gegen die Brühe

Die Bewohner des Katasrophengebiets in Ungarn müssen sich auf lange Aufräumarbeiten einstellen. Manche halten den Kampf gegen Giftschlamm bereits für aussichtlos.

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Nach dem schweren Chemieunglück in Ungarn hat die Regierung die betroffenen Bewohner auf eine lange Aufräumphase eingestellt. "Die Reinigung und der Wiederaufbau könnten Monate, vielleicht sogar ein Jahr dauern", sagte Umweltstaatssekretär Zoltán Illés. Mit Hochdruckreinigern und anderem Spezialgerät wurde versucht, Straßen und Häuser von dem giftigen roten Bauxit-Schlamm zu reinigen. Dieser Bewohner von Devecser steht vor den Trümmern seiner Existenz.

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Etwa 500 Helfer seien bei den Reinigungsarbeiten im Einsatz, teilte eine Sprecherin der Katastrophenschutzbehörde mit. Unter anderem werde versucht, die Flüsse zu säubern. "Wir haben auch schon erste Erfolge, der Alkali-Gehalt im Wasser ist schon etwas gefallen", sagte die Sprecherin. Vorsichtshalber dürften die Bewohner der betroffenen Regionen im Westen des Landes aber die Brunnen nicht benutzen. Auch das Ernten von Lebensmitteln sowie das Jagen und Fischen sei verboten.

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Während die Einsatzkräfte vollständige Schutzkleidung tragen, müssen die Bewohner des betroffenen Gebiets mit einfachen Gummihandschuhen vorliebnehmen.

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"Ich habe aus dem Fenster geschaut, und alles was ich sah, war ein zu einer Welle anschwellender Strom", erinnert sich die 61-jährige Erzsebet Veingartner aus Kolontár an den Katastrophentag. Sie sei gerade in ihrer Küche gewesen, als die dreieinhalb Meter hohe Flutwelle ihr Haus traf. "Ich habe meine Hühner verloren, meine Enten, meinen Rottweiler und meinen Kartoffelacker. Die Werkzeuge und die Maschinen meines verstorbenen Mannes waren in dem Schuppen. Und nun ist alles verloren", sagt die Frau, die mit umgerechnet rund 250 Euro Rente im Monat auskommen muss. Eine Helferin hält in Devecser einen verlassenen Trutahn im Arm.

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Aufräumarbeiten in Devescer. In der nahe gelegenen Ortschaft Kolontár sagte Bürgermeister Karoly Tily, er könne den Bewohnern nicht garantieren, dass sich der Unfall vom Montag nicht wiederhole.

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Schlammbedeckte Paprikas in einer zerstörten Küche in Devescer. "Diese Umweltkatastrophe ist beispiellos in der ungarischen Geschichte und kann die Ökosysteme, Flusslandschaften, Grund und Boden und die Trinkwasservorräte Ungarns massiv gefährden", sagte der ungarische WWF-Direktor Gabor Figeczky in einer Mitteilung.

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Der Industrieschlamm war am Montag aus dem Gelände der Aluminiumfabrik MAL in Ajka im Bezirk Veszprém ausgetreten. In der Fabrik sei ein Becken zerborsten, teilten die Behörden mit.

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In der Ortschaft Kolontár, etwa 165 Kilometer südwestlich der Haupstadt Budapest, kamen vier Menschen ums Leben. Die staatliche Nachrichtenagentur MTI berichtete von vier Toten, darunter einem Einjährigen und seiner drei jahre alten Schwester. Außerdem sollen ein 35-Jähriger in seinem Auto sowie ein älterer Mann in seinem Haus ums Leben gekommen sein. Zuvor war von drei Toten - darunter einem Säugling - die Rede gewesen. Sieben Menschen würden noch vermisst, mehr als 120 seien verletzt worden.

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Die Schlammlawine durchbrach einen Damm, ergoss sich in den Torna-Bach und vermengte sich mit dem Hochwasser, das schon seit mehreren Tagen die Gegend heimsucht. Dieses Auto wurde von der Flut mitgerissen.

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Allein in dem Ort Devecser wurden 400 Häuser überschwemmt. Hunderte Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Auch viele Tiere fielen der Schlammlawine zum Opfer.

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Aus der Aluminiumfabrik waren mehrere hundert Kubikmeter Giftschlamm ausgetreten. Dabei handelt es sich um ein toxisches Abfallprodukt aus der Aluminiumproduktion, in dem unter anderem Blei enthalten ist. 

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In Kolontár erreichte die Brühe eine Höhe von zwei Metern. Betroffen sind auch die Orte  Somlóvásárhely und Devecser. In letzterem wurde unter anderem ein Parkplatz überflutet.

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Eine Frau steht vor ihrem beschädigten Haus in Devecser.

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Hier wurde fast ein Drittel der Gebäude beschädigt, einige stürtzen komplett in sich zusammen. Der Schlamm steht nach Angaben eines Reporters auch am Tag nach dem Unglück noch zehn Zentimeter hoch.

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Auch die Rettungskräfte - darunter Mitglieder der Armee - müssen sich vor dem giftigen Schlamm schützen. Das Innenministerium rief den Notstand für drei Verwaltungsbezirke aus.

© sueddeutsche.de/AFP/dpa/dapd/kat - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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