Superstar Knut Plüsch-Eisbären sehr begehrt

Die Hersteller von Plüsch-Knuts kommen mit der Produktion kaum hinterher - die Lagerbestände sind leer. Allerdings glauben viele, dass der Trend nicht lange halten wird.

Die vielen Knut-Fans haben der deutschen Spielwarenindustrie einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach weißen Plüschtieren verschafft. "Unsere kompletten Lagerbestände sind letzte Woche aufgekauft worden, wir müssen nun viele Händler vertrösten", sagt die Sprecherin eines süddeutschen Herstellers. "Auf den Wirbel waren wir einfach nicht eingestellt."

Berliner Zoo

Knut und sein Ziehvater

Ähnlich geht es vielen Unternehmen der Branche. Wer von der Nachfrage dennoch profitieren will, beeilt sich, weitere Plüschbären zu produzieren oder nachzubestellen - denn niemand weiß, ob alle Knut noch so kuschelig finden, wenn er ausgewachsen ist.

"Eisbären sind bei uns total ausverkauft", sagt Gertrud Müller, bei Salve in oberfränkischen Neustadt zuständig für den Verkauf. Zwar erwarte sie zwei Container mit 20.000 Stück aus Fernost - aber erst Mitte Juni, denn für Produktion und Seeweg müssen je vier Wochen gerechnet werden.

Lange Jahre keine Nachfrage nach Plüsch-Eisbären

So hat der Wirbel um Knut bei Salve dazu geführt, "dass wir jetzt wieder was in Eigenproduktion machen": Zehn bis zwölf frühere Angestellte werden für das Zuschneiden, Nähen, Stopfen und Garnieren von Plüsch-Eisbären mit Zeitvertrag wieder eingestellt, jedenfalls "so lange, wie die Menschen Eisbären möchten".

Schon seit etwa fünf Jahren habe ihr Unternehmen Knuts plüschige Artgenossen im Sortiment, "aber eigentlich hat sich keiner dafür interessiert".

"Bis vor vier Wochen wollte die außerhalb von Berlin keiner haben", erinnert sich auch Martin Hermann, Geschäftsführer des gleichnamigen Teddyherstellers aus Coburg, an die Zeiten, als der kleine Eisbär allenfalls eine gewisse lokale Berühmtheit erlangt hatte.

Inzwischen finde seine limitierte Sammler-Edition aus Alpaka-Wolle aber reißenden Absatz: "Die Leute fragen bei uns speziell nach dem Artikel." Steiff hat angesichts der Begeisterung für das Eisbärensortiment gar eine ganze "original Knut" Sonderkollektion aufgelegt: So könne nun jeder "das Knut-Feeling" mit nach Hause nehmen.

Normalerweise seien Eisbären im Winterhalbjahr beliebter, hat auch Heunec-Vertriebschef Alexander Pohl beobachtet. Für eine Nachproduktion rechnet er mindestens zwölf Wochen ein, "und bis dahin ist der Hype wahrscheinlich weg". Ebenso wie die Marke "Plüti" aus Sonneberg hat er immerhin noch ein paar Eisbären auf Lager. Die Restbestände der Rödentaler Marke EBO seien dagegen am Montag an den Berliner Zoo gegangen, berichtet Geschäftsführerin Gabi Rauch.

"Auch wir können nicht mehr liefern", sagt Nici-Marketingleiter Uwe Klimach. "Wenn, dann müssten wir die Produktion in Fernost im Millionenbereich oder zumindest für mehrere 100.000 Stück anschieben. Aber Knut ist sehr, sehr schnell groß", ergänzt er. "Der Run geht vielleicht ein Jahr, und dann ist er vorbei", wird auch bei Bauer vermutet.

"Vielleicht kommt dann ja ein Giraffenbaby." Klimach hat da schon konkretere Ideen: "Wir beobachten jetzt schon den Zoo Hannover, da wird nämlich 2008 ein Elefantenbaby geboren", sagt er. "Mal schauen, ob wir dann ein bisschen schneller sind."