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Skurriler Prozess in den USA:Keine Klage gegen Gott

In den USA ist ein Verfahren abgeschmettert worden, weil der Beschuldigte keine Adresse hat. Kein Wunder - der Kläger wollte gegen Gott vor Gericht ziehen.

Wer keine Adresse hat, dem kann man auch die Anklageschrift nicht zusenden - mit dieser Begründung hat ein US-Richter die Klage von Ernie Chambers gegen Gott abgeleht. Chambers, Parlaments-Abgeordneter im US-Staat Nebraska, hatte seine Klage gegen Gott im vorigen Jahr eingereicht.

Verrückter Prozess: Ernie Chambers wollte Gott verklagen.

(Foto: Foto: AP)

Der 71-Jährige gab an, Gott habe ihn und die Menschen aus Nebraska bedroht und "Tod, Zerstörung und Terror über Abermillionen von Erdbewohnern gebracht", berichtete der britische Nachrichtensender BBC.

Die Klage wurde abgewiesen, weil der Beklagte Zugang zur Aklageschrift haben muss, so Richter Marlon Polk. Die könnte Gott aber nicht zugestellt werden, weil er keine Adresse habe.

Mit dieser Begründung wollte sich Chambers nicht zufrieden geben. Das Gericht, so der Abgeordnete, habe die Existenz Gottes anerkannt - und damit auch Gottes Allwissenheit. "Da Gott also alles weiß", argumentierte er, "kennt er auch die Anklageschrift."

Chambers, der seit 38 Jahren im Parlament sitzt, sagte, er wollte mit seiner bizarren Klage darauf aufmerksam machen, dass "jeder jeden verklagen kann, sogar Gott."

© sueddeutsche.de/bre
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