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Schiffsunglück in der Antarktis:Untergang im Eismeer

15 Stunden nach der Kollision mit einem Eisberg ist das Kreuzfahrtschiff "Explorer" südlich von Kap Hoorn gesunken. Touristen und Besatzungsmitglieder konnten zuvor in Sicherheit gebracht werden.

Das 2400 Tonnen schwere Kreuzfahrtschiff Explorer, das mit einem Eisberg kollidiert war, ist um 19.30 Uhr MEZ nahe der Südlichen Shetland-Inseln untergegangen, berichtete die Besatzung eines chilenischen Eisbrechers.

Die Explorer ist gesunken; AP

Gesunken: 15 Stunden nach der Kollision mit dem Eisberg versank das Kreuzfahrtschiff im Meer.

(Foto: Foto: AP)

Der Eisbrecher habe den 180 Meter langen Ölteppich, den das sinkende Kreuzfahrtschiff hinterlassen habe, bekämpft. Der Kapitän und einige Offiziere der "MV Explorer" hatten noch versuchten, das Schiff durch das Abpumpen von Wasser vor dem Sinken zu bewahren.

Die 100 Passagiere und 54 Besatzungsmitglieder waren aus Rettungsbooten von einem norwegischen Schiff aufgenommen worden. Nach offiziellen Angaben sind sie alle unverletzt und befinden sich derzeit auf dem Stützpunkt Eduardo Frei. In Kürze sollen die Geretteten nach Punta Arenas geflogen werden.

An Bord des Kreuzfahrtschiffes waren Touristen aus den Niederlanden, Großbritannien, den USA, Kanada, Australien, Japan und Argentinien. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes befand sich auch eine Deutsche unter den Reisenden.

Unterdessen hat die britische Marinebehörde Berichte über gravierende Sicherheitsmängel der Explorer zurückgewiesen. "Das waren keine riesigen Probleme und alle wurden behoben, bevor das Schiff losfuhr", sagte Mark Clarke, Sprecher der Marine- und Küstenbehörde MCA, die im Mai "kleinere Fehler" an der Explorer entdeckt hatte.

"Das Schiff hätte nicht die Erlaubnis bekommen auszulaufen, wenn nicht alle Probleme gelöst worden wären." Bei den Schäden handelte es sich unter anderem um fehlende Rettungspläne und schlecht gewartete Rettungsboote.

Der Sprecher des Veranstalters GAP Adventures sagte nach Angaben der BBC von Samstag, dass das Kreuzfahrtschiff jährlich "rigorose" Inspektionen der Behörden durchlaufe.

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