Russischer Wunderheiler Elf Jahre ins Gefängnis

Ein Scharlatan hatte Eltern versprochen, dass ihre Kinder, die beim Geiseldrama von Beslan 2004 getötet worden sind, auferstehen werden. Dafür muss er nun ins Gefängnis.

Der in ganz Russland bekannte Wunderheiler Grigori Grabowoi hatte Hunderten Eltern die Auferstehung ihrer toten Kinder versprochen - nun hat ihn ein Moskauer Gericht zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Die Richter sahen es am Montag als erwiesen an, dass der Sektenanführer vielen Menschen schwere Traumata zufügte. Für bis zu 1300 Euro pro Fall hatte er verzweifelten Eltern zugesichert, er lasse ihre beim Geiseldrama von Beslan 2004 getöteten Kinder auferstehen. Grabowoi wurde wegen Betrugs verurteilt, wie russische Agenturen meldeten.

In Russland bekannt: Grigori Grabowoi (rechts) am tag der Urteilsverkündung.

(Foto: Foto: AFP)

Der Glaube an Magie ist in Russland relativ weit verbreitet.

Grabowoi hatte in Massenveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen Wunder angekündigt, ohne seine Versprechen einzulösen, urteilte das Gericht.

Bei der Geiselnahme durch islamische Terroristen in einer Schule der nordkaukasischen Kleinstadt Beslan im September 2004 waren 331 Menschen getötet worden, darunter 186 Kinder. Die Bilder von der Tragödie bei der Erstürmung der Schule durch russische Spezialeinheiten hatten weltweit Erschütterung ausgelöst.