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Raubtier in der Eifel:Hund, Katze, Panther?

Nur wenige wollen sie gesehen haben, trotzdem verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer: In der belgischen Eifel soll sich angeblich eine Raubkatze herumtreiben.

Oliver Bilger

Die Menschen in Malmedy haben Angst, dabei wissen die wenigsten eigentlich genau, wovor. Gesehen hat nämlich noch kaum einer die Bestie, die in der Region um das ostbelgische Städtchen umherstreifen soll. Immerhin haben einige Bewohner ein schwarzes Tier beobachtet, das zu groß ist für eine Hauskatze. Es könnte, nein, es muss ein Panther sein, sind sich viele in Malmedy sicher.

Auf der Internetseite des belgischen Fernsehsenders BRF ist am Mittwoch das Video von dem angeblichen Schwarzen Panther zu sehen. Kaum jemand hat ihn wirklich gesehen.

(Foto: Foto: dpa)

Einem von ihnen, dem Pilzsammler Jean-Claude Gabriel, gelang es sogar, mit seinem Handy die angebliche Raubkatze zu filmen, als er mit seinem Dackel im Wald unterwegs war. "Ich dachte zuerst, es wäre ein großer Hund", sagte Gabriel zu Reportern. Manche denken das weiterhin, zeigt sein Film doch nicht viel mehr als einen schwarzen Klecks mit Beinen im Wald.

1,20 Meter großes Tier

Vier Mal wollen Eifelaner den mutmaßlichen Panther in der vergangenen Woche gesehen haben, unter ihnen drei Polizisten, im Allgemeinen versierte Augenzeugen. Sie beobachteten das pantherähnliche Wesen auf einer Wiese am Rande des Gewerbegebiets von Malmedy, es verharrte erst einige Minuten, flüchtete aber, bevor die Polizei es einfangen konnte. Die Beamten schätzen die Körperlänge des Tieres auf etwa 1,20 Meter. Ob es allerdings tatsächlich ein Panther ist, dazu fehlt ihnen ein eindeutiger Beweis.

Christoph Pankert jedenfalls glaubt eher an eine große Katze. Der Leiter des Forstamtes im benachbarten Büllingen wundert sich zudem, dass doch eigentlich Spuren zu finden sein müssten, die diese Frage relativ schnell klären könnten.

Die Polizei in Malmedy bleibt trotz der Zweifel auf der Pantherspur und vermutet, dass das Tier einem privaten Besitzer in Frankreich entlaufen ist und nun über Luxemburg und Belgien gen Norden streunt. Die Beamten suchen nun nach Jägern, die das Tier ins Visier nehmen. Zuletzt sperrten sie ein Waldstück ab, in dem das Tier zweimal gesehen wurde. Bislang blieb die Suche jedoch erfolglos.

Wolfram Graf-Rudolf, Direktor des Aachener Euregiozoos, hofft, wenn es denn ein Panther sein sollte, dass er lebend gefangen wird. "Man sollte dem Tier eine Chance geben, bevor man es abschießt." Jäger könnten es mit Hunden auf einen Baum jagen und dann mit einem Narkosegewehr abschießen. Oder sie stellen Fallen auf. Dazu müsste der unbekannte Vierbeiner aber hungrig sein, und die Jäger sollten wissen, wo er sich befindet. So recht wissen sie es nicht; ein Panther kann in einer Nacht 30 Kilometer zurücklegen.

Auch auf der deutschen Seite der Grenze verursacht der Klecks vom Handyfilm Aufregung. Dutzende Wanderer meldeten sich schon bei der Polizei in Aachen und fragten bang, ob sie sich noch in die Eifel trauen können. Ein anderes Mal glaubten Anwohner und Touristen, ganz sicher einen Panther gesichtet zu haben. Später stellte sich heraus, dass es doch bloß ein großer schwarzer Hund war, den ein Mann spazieren führte.

© SZ vom 12.11.2009/abis
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