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Ordensbruder knackt Lotterie-Jackpot:Millionen für die anderen

"259,8 Millionen Dollar" steht auf dem Scheck, den Roy Cockrum überreicht bekommt. Der Ordensbruder aus Tennessee hat den Powerball-Jackpot in den USA geknackt. Doch er darf ihn nicht behalten.

Ein Haus, ein Fuhrpark, eine Jacht: Wer gerade knapp 260 Millionen Dollar gewonnen hat, dürfte sich in der Regel erst einmal ausmalen, was man damit alles anstellen kann. Bei Roy Cockrum ist das anders.

Der 58-Jährige hat den Jackpot der amerikanischen Lotterie "Powerball" geknackt. Die Gewinnsumme in dreifacher Millionenhöhe darf er aber nicht behalten. So wolle es sein Glaube, sagte er auf einer Pressekonferenz. Cockrum war zwanzig Jahre lang Schauspieler beim Theater und beim Fernsehen, bevor er "Bruder Roy" wurde. Als Mitglied der "Society of St. John the Evangelist" hat er ein Armutsgelübde abgelegt.

Gerade genug für seine Rente will Cockrum beiseitelegen, berichtet unter anderem die lokale Website Knoxnews. Den Rest - eine genaue Summe nennt er nicht - will er spenden, hauptsächlich an die darstellende Kunst. Das Ordensmitglied plant, dafür eine eigene Stiftung zu gründen.

Leben nach dem Vorbild Jesu

Die Society of St. John the Evangelist (SSJE) ist ein Männeroden der anglikanischen Gemeinschaft, der 1866 in Oxford, England, gegründet wurde. "Mit dem Armutsgelübde", heißt es in den Lebensregeln des Ordens, "verpflichten wir uns, den selben Geist zu haben, der auch in Jesus Christus war." Der Eid schwört persönlichem Besitz ab. Warum Cockrum trotzdem ein Los gekauft hat, bleibt sein Geheimnis.

Zumindest vor der "Church of England", der Mutterkirche der anglikanischen Gemeinschaft und damit seines Ordens, wird Bruder Roy sich nicht rechtfertigen müssen. Die Kirchengemeinschaft, die Elemente aus evangelischem und katholischem Glauben vereint, erlaubt es ihren Anhängern, Glücksspiele auf "harmlose Weise" zu "genießen". Vielleicht nicht zuletzt, um die Annahme von Spenden aus hohen Gewinnsummen zu legitimieren.

Cockrums Gewinn ist die höchste Jackpot-Summe, die jemals in seiner Heimat Tennessee geknackt wurde. Die höchste Gewinnsumme der Powerball-Geschichte strich im vergangenen Jahr die 84-Jährige Gloria C. MacKenzie in Florida ein: 590 Millionen Dollar.

Ordensbruder wählt Cash

Beim Powerball können die Gewinner zwischen zwei Auszahlungsmöglichkeiten wählen: Einer jährlichen Ratenzahlung über 30 Jahre hinweg, oder einer Einmalzahlung über eine geringere Summe. Roy Cockrum hat sich für letztere, die "Cash-Option" entschieden. Er erhält 115 Millionen Dollar, etwa 85 Millionen Euro, auf einen Schlag.

Bei der Pressekonferenz im Powerball-Hauptsitz in Nashville bedankte sich der Gewinner bei der Dame, die ihm den Lottoschein verkauft hatte. Seine Aufgabe bestehe nun darin, sicherzustellen, dass "jeder einzelne Penny" des Gewinns ein Segen für den Empfänger sein werde.