Ölpest in Kalifornien Schwarzenegger verhängt Ausnahmezustand

Die Ölpest in der Bucht von San Francisco ist schlimmer als zunächst befürchtet - Hunderttausende Tiere sind bedroht. Kalifornierns Gouverneur Schwarzenegger hat den Notstand ausgerufen

Nach dem Auslaufen von 220.000 Liter Öl seit Mittwoch hat der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger am Freitag für die Bucht und angrenzende Gewässer und Strände einen Notstand ausgerufen.

Cordelia, Kaliforniern: Forscher untersuchen einen verölten Vogel. Die Ölpest in San Francisco hat ein bedrohliches Ausmaß angenommen.

(Foto: Foto: Reuters)

Der Bundesstaat müsse sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen können, um die Lage in den Griff zu bekommen, begründete Schwarzenegger den Schritt. Mehr als 200 Rettungskräfte und acht Spezialschiffe waren im Einsatz. Bislang konnten nach Angaben der Küstenwache erst rund 30.000 Liter Öl abgesogen werden.

Schwarzenegger besuchte am Freitag die Bucht, über die die Golden-Gate-Brücke führt. Mehrere Strände in der Umgebung von San Francisco waren weiter gesperrt. Nach Angaben von Küstenwache und Tierschützern sind bereits Dutzende verölte Vögel tot oder verletzt gefunden worden. Hunderttausende Meerestiere und Vögel seien von der Ölpest bedroht, hieß es.

Ein Container-Schiff hatte am Mittwoch einen Brückenpfeiler in der Bucht von San Francisco gerammt und war dabei leckgeschlagen. Durch ein Leck im Rumpf des Frachters liefen mehr als 220.000 Liter Öl aus.

Anfangs waren die Behörden von einer viel kleineren Menge ausgegangen. Mehrere verschmutzte Stadtstrände und Abschnitte entlang der Pazifikküste wurden abgesperrt. Mit schwimmenden Barrieren versuchten Hunderte Helfer, den Ölteppich einzudämmen. Spezialschiffe waren vor Ort, um den klebrigen Film abzusaugen.

Der Leiter der kalifornischen Jagd- und Fischereibehörde, Steve Erdinger, bezeichnete die Ölverschmutzung als sehr besorgniserregend. Der Ölschlamm habe sich bereits rund 20 Kilometer weit vom Unfallort ausgedehnt und die Golden-Gate-Brücke am Ausgang der Bucht erreicht. Die Küstenwache versuchte den Ölteppich mit Baumstämmen einzudämmen. Mit Spezialwerkzeugen wurde versucht, dass Öl abzuschöpfen. Die Ölverschmutzung ist die bislang größte in der Bucht von San Francisco. 1996 waren dort während der Reparatur eines Schiffes rund 40.000 Liter ins Meer geflossen.

Die Crew des 250 Meter langen Containerschiffs "Cosco Busan", das am Mittwochmorgen einen Pfeiler der Bay Bridge gerammt und dadurch die Ölverschmutzung verursacht hatte, musste sich unmittelbar nach dem Unglück Alkoholtests unterziehen. Diese waren jedoch negativ, wie die Behörden mitteilten. Die Ergebnisse von Drogentests sollten erst kommende Woche bekanntgegeben werden. Die Ursache des Unfalls war weiter unklar.

Der Frachter befand sich auf dem Weg von Kalifornien nach Südkorea, als er aus noch ungeklärten Gründen bei dichtem Nebel einen Pfeiler der Bay Brigde streifte. Den Behörden zufolge entstand aber an der viel befahrenen Brücke zwischen San Francisco und Oakland kein Schaden.