Nach dem Sturm Haiti braucht mehr Hilfe

"Ich bin enttäuscht über die Antwort der internationalen Gemeinschaft", beklagt UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die zögerliche Hilfe nach Hurrikan Matthew.

(Foto: Hector Retamal/AFP)

Bei seinem Besuch in dem vom Wirbelsturm "Matthew" stark getroffenen Inselstaat ermahnt UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zur raschen Hilfe für die mehr als eine Million Bedürftigen. Haiti gilt als das ärmste Land Lateinamerikas.

In Haiti nehmen Wut und Verzweiflung über die schleppende Hilfe nach den Zerstörungen durch den Hurrikan Matthew zu. In der Stadt Les Cayes im stark zerstörten Süden des Landes kam es am Wochenende zu Zusammenstößen zwischen UN-Blauhelmsoldaten und der Bevölkerung. Die UN-Soldaten setzten Tränengas gegen eine aufgebrachte Menschenmenge ein.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich bei einem Besuch in Haiti enttäuscht über die zögerlichen Hilfszusagen. "Ich bin enttäuscht über die Antwort der internationalen Gemeinschaft", sagte Ban in der Hauptstadt Port-au-Prince (). "Ich dringe darauf, dass die großen Geber ihre helfende Hand reichen." Ban überflog die vom Wirbelsturm stark zerstörten Gebiete im Süden des Landes. "Die Katastrophe, die Matthew in diesem Land verursacht hat, ist unbeschreiblich", sagte er danach. Übergangspräsident Jocelerme Privert bat um langfristige Hilfen. Die Vereinten Nationen hatten die internationale Gemeinschaft um 120 Millionen Dollar für Nothilfe gebeten. Bisher kamen erst zwölf Prozent der Summe zusammen. Nach offiziellen Angaben starben bei dem Wirbelsturm vor knapp zwei Wochen 546 Menschen. 1,4 Millionen Menschen brauchen nach UN-Angaben sofortige Unterstützung. In den zerstörten Gebieten fehlt es an sauberem Trinkwasser, und viele Menschen leiden Hunger. Wegen der zerstörten Infrastruktur, aber auch aufgrund von Koordinierungsproblemen kommt Hilfe nur schleppend an.