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Milchskandal in China:"Zum Machterhalt sollen Köpfe rollen"

Harsche Kritik an China: Foodwatch greift die Todesurteile im Milchskandal scharf an, während die Eltern mit einer Petition auf das Leid ihrer Kinder aufmerksam machen wollen.

Nach dem Skandal um verseuchtes Milchpulver haben die Eltern erkrankter Kinder von der chinesischen Regierung höhere Entschädigungszahlungen gefordert. Hunderte Mütter und Väter unterzeichneten eine entsprechende Petition, teilte der Aktivist Zhao Lianhai mit.

"Gebt mir mein Kind zurück": Eine Frau, deren Kind an den Folgen des mit Melamin verseuchten Milchpulvers gestorben ist, protestiert vor dem Gericht, als die Urteile verkündet werden.

(Foto: Foto: Reuters)

Vorgesehen sind demnach eine langfristige kostenlose Behandlung der Kinder und die Kostenerstattung bisheriger medizinischer Versorgung. "Kinder sind die Zukunft jeder Familie und außerdem die Zukunft dieses Landes", heißt es in der Petition.

Das mit Melamin verseuchte Milchpulver wird für den Tod von mindestens sechs Babys verantwortlich gemacht. Etwa 300.000 weitere Kinder erkrankten. Inzwischen haben 22 Molkereien eine Entschädigung von 1,1 Milliarden Yuan (124 Millionen Euro) angeboten. Noch sind die Langzeitwirkung der Chemikalie auf die Gesundheit der Kinder nicht erforscht.

Am Donnerstag hatte ein Gericht die ersten Urteile in dem Skandal verkündet und zwei Mal die Todesstrafe sowie mehrfach lebenslange Haftstrafen verhängt.

Bürgerrecht auf körperliche Unversehrtheit bedroht

Die Verbraucherorganisation Foodwatch sieht im Umgang der chinesischen Behörden mit dem Melaminskandal eine Gefahr auch für die Verbraucher in Deutschland. "Chinesische Produkte werden weltweit gehandelt. Wenn das Regime in Peking keine Lebensmittelsicherheit durchsetzt, ist das Bürgerrecht auf körperliche Unversehrtheit auch in in Deutschland bedroht", sagte der stellvertretende Foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt.

Auf Seite 2: Wolfschmidts Haltung zu den Todesurteilen