Letzte Ruhe Bestattung erstmals im Wald möglich

Grundgedanke ist die Bestattung in freier Natur, wobei die Asche von den Wurzeln eines Baumes aufgenommen wird und damit zur Entstehung neuen Lebens beiträgt.

Verstorbene können erstmals in Deutschland in einem Wald beigesetzt werden. Der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf übergab am Freitag in der Nähe von Saarbrücken den ersten Friedwald in einem Naturschutzgebiet seiner Bestimmung.

Dort können Urnen beigesetzt werden. Grundgedanke ist die Bestattung in freier Natur, wobei die Asche von den Wurzeln eines Baumes aufgenommen wird und damit zur Entstehung neuen Lebens beiträgt. Deshalb kommen spezielle, sich schnell zersetzende Urnen zum Einsatz.

Interessenten können sich gemeinsam mit einem Förster einen passenden Baum aussuchen und für gut 3.000 Euro kaufen. Ein Platz unter einem Gemeinschaftsbaum ist für unter 1.000 Euro zu haben. Die Bäume werden in ein Kataster eingetragen und sind damit als Ruhestätte über Jahrzehnte geschützt.

Orte der Begegnung und der Erinnerung

"Friedwälder sind Orte der Begegnung und der Erinnerung", erklärte Mörsdorf. Damit eröffne man den Menschen die Möglichkeit, auch außerhalb von Friedhöfen einen würdevollen Raum für die letzte Ruhestätte und eine individuelle Art der Bestattung zu finden.

Das Konzept hat seinen Ursprung in der Schweiz. Träger des Saarbrücker Friedwaldes, für den etwa 60 Hektar des über 1.000 Hektar großen Urwald-Areals zur Verfügung stehen, ist der Landesbetrieb SaarForst. Nach dem saarländischen Bestattungsgesetz ist eine private Trägerschaft nicht möglich.