Heidenheim:Schüsse in der Innenstadt

Lesezeit: 1 min

Zwei Männer werden bei einer Schießerei schwer verletzt. Führen die Spuren in die Rockerszene?

Von Christoph Dorner

Bei einer Schießerei in Heidenheim im Osten Baden-Württembergs sind am Donnerstag zwei Menschen schwer verletzt worden. Drei Täter hatten gegen 13 Uhr in der Innenstadt von Heidenheim gezielt auf die beiden Opfer geschossen. Bei jenen handelt es sich nach Polizeiangaben um zwei Männer im Alter von 25 und 29 Jahren, sie wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Täter flüchteten demnach mit einem Auto. Die Polizei hat den Tatort abgesperrt und einen Großeinsatz eingeleitet, der bis zum Abend andauerte. Für die Öffentlichkeit bestehe keine Gefahr, teilten die Beamten mit.

Einzelheiten und mögliche Motive der Tat waren zunächst unklar. Dass die Schießerei in Zusammenhang mit Bandenkriminalität steht, wollte ein Polizeisprecher vor Ort weder bestätigen noch ausschließen. Nach Informationen von bild.de soll es sich bei den Opfern um Mitglieder der rockerähnlichen Vereinigung "United Tribuns" handeln. Die Schüsse sollen von Mitgliedern der "Black Jackets" abgegeben worden sein. Beide Gruppierungen ziehen hauptsächlich Bodybuilder, Kampfsportler und Türsteher an und verzeichneten in Süddeutschland in den vergangenen Jahren großen Zulauf. Nach Erkenntnissen der Polizei sind die konkurrierenden Gruppierungen im Rauschgifthandel und Rotlichtmilieu aktiv. Ihre Mitglieder gelten als gewaltaffin und inszenieren sich in der Öffentlichkeit als archaische Männerbünde.

Anfang Februar hatten sich etwa 300 Mitglieder der "United Tribuns" im Heidenheimer Ortsteil Oggenhausen versammelt. Die Polizei reagierte damals mit einem Großaufgebot von Sicherheitskräften. Bernd Hummel von der Kriminalpolizeidirektion Ulm sprach von einer Machtdemonstration der Gruppe aus Villingen-Schwenningen - und der Gefahr gewalttätiger Auseinandersetzungen. Die "Black Jackets" wurden 1985 in Heidenheim gegründet. In der Region um Ulm sollen die "United Tribuns" zuletzt verstärkt versucht haben, Einfluss auf das dortige Rotlichtmilieu zu gewinnen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema