Grubenunglück in Südafrika Tausende Bergleute in Sicherheit

Die bei dem großen Grubenunglück in Südafrika verschütteten Bergleute sind alle in Sicherheit. 3.200 Arbeiter konnten in einer beispiellosen Aktion aus der Goldmine gerretet werden.

Eine der größten Rettungsaktionen in der Bergwerksgeschichte Südafrikas hat ein gutes Ende genommen. Alle 3.200 Bergleute, die nach einem Grubenunglück bis zu eineinhalb Tage in ihrer Goldmine bei Johannesburg eingeschlossen waren, konnten unversehrt in Sicherheit gebracht werden, wie die Behörden mitteilten.

Gerettete Grubenmitarbeiter in Südafrika.

(Foto: Foto: Reuters)

Es gab weder Tote noch Verletzte. Die Geretteten seien lediglich müde, sagte der für Sicherheitsfragen zuständige Funktionär der Bergarbeitergewerkschaft, Peter Bailey.

Das Unglück hatte sich in der Mine Harmony Gold's Elandsrand in Carletonville ereignet. In der drittgrößten Goldmine Südafrikas werden jeden Monat durchschnittlich 600 Kilogramm Gold gefördert.

Ausgelöst hatte das Unglück am Mittwoch eine geborstene Druckluftleitung, die in die Tiefe gestürzt war und einen Fahrstuhlschacht erheblich beschädigt hatte. Dadurch saßen mehr als 3.000 Arbeiter unter Tage fest. Sie wurden mit Wasser und Frischluft versorgt.

Essen wurde keines heruntergelassen, aus Furcht, es könne dann zu Rangeleien unter den Männern kommen, die zum Teil 28 Stunden nichts mehr gegessen hatten, erklärte Bailey.

Der Chef der Bergbaufirma Harmony Gold Mining, Patrice Motsepe, sagte zu, mehr für die Sicherheit in den Gruben zu unternehmen. Die Gewerkschaft hatte dem Unternehmen vorgeworfen, aus Profitstreben die Sicherheit vernachlässigt zu haben.

Südafrikanische Goldminen reichten bis in 3.000 Meter Tiefe unter der Erdoberfläche und zählten lange Zeit zu den unsichersten der Welt. Im vergangenen Jahr kamen nach Regierungsangaben insgesamt 199 Bergleute bei Grubenunglücken in Südafrika ums Leben.

Diskussion über die Sicherheit

Nach der Rettungsaktion hat eine Debatte um die Bergwerkssicherheit eingesetzt. Präsident Thabo Mbeki forderte die zuständige Ministerin auf, alle Minen des Landes auf die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen untersuchen zu lassen.

Er beglückwünschte zugleich die Retter, die die nach dem Grubenunglück in zwei Kilometern Tiefe gefangenen Bergleute geborgen haben. In der 80 Kilometer südwestlich von Johannesburg entfernten Elandsrand-Goldmine hatte am Mittwochabend ein herabfallendes Rohr die Stromleitung im Schacht durchtrennt und so den einzigen Fahrstuhl lahmgelegt.

Die letzten Kumpel wurden am späten Donnerstagabend gerettet. Die Mine wurde für sechs Wochen stillgelegt, um nach der Unglücksursache zu forschen.