Gerüchte über den Tod von Jim Morrison:"Ein bewegungsloser Brocken, er war tot"

Ein Nachtclubmanager behauptet, dass Jim Morrison nicht in der Badewanne gestorben ist. Der Sänger der Doors sei tot auf der Toilette einer Disko gelegen - mit einer Überdosis Heroin im Körper.

Ist Doors-Sänger Jim Morrison wirklich in seiner Badewanne an Herzversagen gestorben? So lautet die offizielle Version, die Gerüchte um die Todesumstände des Kultstars sind jedoch nie ganz verklungen.

Gerüchte um Tod von Jim Morrison

Starb Jim Morrison wirklich in der Badewanne? Ein Clubbesitzer behauptet: Nein.

(Foto: Foto: AP)

Jetzt, 36 Jahre später, hat ein früherer Nachtclubmanager aus Paris die Geschichte ganz anders beschrieben. Sam Bernett berichtet in seinem gerade erschienenen Buch "The End: Jim Morrison", der Sänger sei an einer Überdosis Heroin auf der Toilette einer Disco gestorben.

"Der hübsche Boy aus Kalifornien lag wie ein bewegungsloser Brocken zusammengekrümmt auf dem Klo, er war tot", schreibt Bernett. Zwei Drogendealer hätten Morrison herausgeholt und vermutlich in seine Wohnung getragen.

Bernett war Anfang zwanzig, als Morrison 1971 mit 27 Jahren starb. Der Clubmanager wurde ein bekannter Radiomoderator und machte sich einen Namen als Chronist der Rockgeschichte.

Jahrelang hielt er seine Geschichte geheim, obwohl er von Reportern ständig gelöchert wurde. Auf drängen seiner Frau schrieb er schließlich ein Buch, wie er der Nachrichtenagentur AP berichtete. "Es sind für mich wirklich hässliche Erinnerungen."

Ein Sprecher der französischen Justiz hält es für unwahrscheinlich, dass auf Grund des Buches ein neues Verfahren eröffnet wird oder irgendjemand noch angeklagt werden könnte.

Schließlich wären etwaige Verbrechen verjährt. Stephen Davis, Autor von "Jim Morrison: Life, Death, Legend", will seine Geschichte auch nicht umschreiben.

Er wurde so dick, dass er kaum wiederzuerkennen war

Nach seinen Recherchen nahm Morrison in dem Nachtclub zwar eine Überdosis, überlebte aber und starb erst einige Tage später. "Wenn er wirklich auf dem Klo gestorben wäre, wäre das schon längst bekannt geworden." Der Doors-Frontmann kam 1971 nach Paris, er steckte in einer Krise.

Weil er 1969 bei einem Konzert in Florida seinen Penis gezeigt haben soll, wurde er verurteilt. Veranstalter sagten daraufhin Konzerte ab und die Band wurde in einen Strudel negativer Berichterstattung gezogen. In Paris wartete Morrison auf das Urteil im Berufungsprozess.

Er lebte mit seiner Freundin Pamela Courson in einer Wohnung am nördlichen Seine-Ufer, zog wie ein Tourist durch die Stadt und trug eigene Manuskripte in einer Plastiktüte mit sich herum. Er wurde so dick, dass er kaum wiederzuerkennen war, und sein Gesundheitszustand war bedenklich.

Das hielt ihn laut Bernett aber nicht davon ab, ausgiebig zu feiern. Morrison habe "praktisch jede Nacht" im Rock and Roll Circus verbracht, einem angesagten Nachtclub, den der Enthüllungsautor damals leitete.

"Etwas Schaum und Blut auf der Nase"

Am 3. Juli 1971 gegen 01.00 Uhr sei er mal wieder hereingekommen, zwei Drogendealer hätten ihm Heroin verkauft. Dann sei er verschwunden. Später habe der Türsteher eine verschlossene Toilette aufgebrochen.

Darin habe Morrison gelegen, ohne Bewusstsein. "Unter unseren Gästen war ein Arzt, ich bat ihn, Morrison zu untersuchen", sagte Bernett. "Als wir ihn tot vorfanden, hatte er etwas Schaum und Blut auf der Nase. Der Arzt sagte: 'Das muss eine Überdosis sein'."

Die Drogendealer hätten behauptet, Morrison sei nur bewusstlos, und hätten ihn fortgebracht. Der Nachtclubbesitzer habe ihn gehindert, den Notarzt zu rufen, um einen öffentlichen Skandal zu vermeiden. Bernett vermutet, die Dealer legten Morrison in seine Badewanne, um ihn wieder wach zu bekommen.

Morrisons Freundin Courson, die drei Jahre später an einer Überdosis starb, erzählte der Polizei eine andere Geschichte. Laut ihrer Version ging das Paar ins Kino und danach Essen, anschließend hätten sie zu Hause Platten gehört und seien dann eingeschlafen.

In der Nacht sei Morrison aufgewacht und habe sich krank gefühlt, dann sei er in eine heiße Wanne gestiegen. Sie haben ihn dann tot in der Wanne vorgefunden.

Der Sänger wurde am 7. Juli 1971 in einer nüchternen Zeremonie auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise beigesetzt, eine Autopsie wurde nie vorgenommen. Das Grab Morrisons ist zu einer Pilgerstädte für "Doors"-Fans geworden, die dort täglich Kerzen, Briefe oder Joints niederlegen.

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