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Frankreich:Der verrückte Mädchenmörder

In Frankreich geht der Prozess gegen "Pierrot le fou" (Pierrot der Verrückte) in die zweite Runde. Er streitet die Taten weiter ab.

Im elsässischen Colmar hat am Dienstag der Berufungsprozess gegen den als "Pierrot le fou" bekannt gewordenen Mädchenmörder Pierre Bodein begonnen. Dem 60 Jahre Elsässer wird die bestialische Ermordung von zwei Mädchen und einer Frau vorgeworfen. Für die Bluttaten war er im Juli vergangenen Jahres zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Mädchenmörder Pierre Bodein auf dem Weg zum Prozess.

(Foto: Foto: AFP)

Zugleich ordnete das Straßburger Schwurgericht eine 30-jährige Sicherheitsverwahrung an. Dies ist die Höchststrafe, die das französische Strafrecht zulässt. Bodein bestritt die Taten bis zum Schluss und bezeichnete sich als Opfer eines "Komplotts". Er legte Berufung gegen das Urteil ein. Der neue Prozess soll knapp einen Monat dauern.

Der Pierrot le fou (Pierrot der Verrückte) genannte Gewalttäter, der 36 Jahre seines Lebens in Gefängnissen und geschlossenen psychiatrischen Anstalten verbracht hat, wurde in erster Instanz für schuldig befunden, zwei Mädchen im Alter von zehn und 14 Jahren sowie eine 38-jährige Frau verschleppt, brutal misshandelt und anschließend ertränkt zu haben. Ihre verstümmelten Leichen wurden im Frühjahr 2004 nahe Straßburg in verschiedenen Bächen entdeckt. Gerichtsmedizinern zufolge hatte der Mörder seinen Opfern die Geschlechtsteile aus dem Leib geschnitten.

Die Familien der Opfer und ihre Anwälte erwarten von dem Revisionsverfahren keine neuen Erkenntnisse. Bodein werde sicherlich bei seiner Version bleiben und alles abstreiten, sagte der Anwalt Thierry Moser, der die Familie der ermordeten 14-Jährigen vertritt.