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Flussverschmutzung in China:Hunderttausende von Trinkwasser abgeschnitten

Giftiger Ammoniak und Stickstoff haben das Trinkwasser von rund 200.000 Menschen in Ostchina in eine stinkende Brühe verwandelt.

Die Verschmutzung eines Flusses in Ostchina hat zwei Tage lang die Trinkwasserversorgung für rund 200.000 Menschen unterbrochen.

In der ostchinesischen Provinz Jiangsu verschmutzen neben Algen auch giftiger Ammoniak und Stickstoff das Trinkwasser.

(Foto: Foto: afp (Archivbild))

Im Xinyi-Fluss in der Provinz Jiangsu waren am Montag große Mengen giftigen Ammoniaks und Stickstoffs entdeckt worden, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua heute berichtete.

Die Schadstoffwerte seien drei Mal so hoch wie erlaubt gewesen. "Das Leitungswasser war gelb und stank. Kurz darauf wurde die Wasserversorgung unterbrochen", sagte ein Bewohner.

Nachdem die Schadstoffwerte zurückgegangen waren, wurde heute die Versorgung mit Leitungswasser wieder aufgenommen.

Die Ursache der Vergiftung war unklar und wurde in den Abwässern von Chemiebetrieben flussaufwärts in der Nachbarprovinz Shandong vermutet.

Es war auch zu Hamsterkäufen gekommen. "Viele Menschen eilten in den Supermarkt, um Trinkwasser zu kaufen", sagte eine Mitarbeiterin. Örtliche Behörden hatten auch Wasser aus Brunnen oder dem nahe gelegenen Hongze-See organisiert.

Zudem wurde heute bekannt, dass bereits im Mai und Juni für fünf Millionen Einwohner der Stadt Wuxi in derselben Provinz die Trinkwasserversorgung unterbrochen worden war, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete.

Verschmutztes Wasser ist in China nach offiziellen Angaben verantwortlich für den frühzeitigen Tod von 60.000 Menschen jährlich, wie die Zeitung "Financial Times" am Vortag unter Berufung auf amtliche Zahlen berichtet hatte. Chinas Regierung hat demnach verhindert, dass die Schätzung in einen neuen Umweltbericht der Weltbank über China aufgenommen wird.

© dpa/AP
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