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Flugzeugkatastrophe in Madrid:Zahl der Toten steigt auf 154

Die Zahl der Todesopfer bei dem Flugzeugunglück von Madrid ist auf 154 gestiegen: Eine Frau erlag im Krankenhaus ihren schweren Verbrennungen.

Die Zahl der Opfer des Flugzeugunglücks von Madrid ist auf 154 gestiegen. Eine 31-Jährige erlag ihren schweren Verbrennungen, wie die Madrider Gesundheitsbehörde am Samstagabend mitteilte.

Leichenwagen transportieren die Särge von Opfern zum Friedhof San Lazaro auf Gran Canaria.

(Foto: Foto: AFP)

Die Frau hatte bei dem Flugzeugabsturz Verbrennungen an über zwei Dritteln ihres Körpers erlitten. Damit haben nur 18 der insgesamt 172 Passagiere aus der Maschine der spanischen Fluglinie Spanair das Unglück überlebt.

Das Flugzeug war am vergangenen Mittwoch über die Rollbahn des Madrider Flughafens hinausgeschossen und dann in Flammen aufgegangen. Zwei weitere Überlebende befinden sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde noch in einem "sehr ernsten" Zustand.

Unterdessen haben Angehörige der Opfer schwere Vorwürfe gegen Spanair und die spanische Regierung erhoben. Auf einem spannungsgeladenen Treffen warfen sie Vertretern der Fluggesellschaft mangelnde Sorgfalt bei der Wartung der Maschinen vor. Mehrere Angehörige äußerten nach Presseberichten vom Samstag auch die Befürchtung, dass es bei der Identifizierung der Toten zu Verwechselungen kommen könne.

Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba kündigte an, dass die Identifizierung der Toten - bis auf wenige Ausnahmen - noch an diesem Wochenende abgeschlossen werden solle. Bei den Opfern aus dem Ausland könne die Feststellung der Identität etwas länger dauern, weil genetisches Material für den DNA-Abgleich beschafft werden müsse.

Bei der Untersuchung der Unglücksursache wurde ein Techniker, der die Unglücksmaschine zum Start freigegeben hatte, von einer Expertenkommission und von der Polizei vernommen. Er sagte nach Medienberichten aus, dass das Flugzeug vor dem Unglück einen Start wegen einer Panne an einem Außentemperaturfühler abgebrochen habe. Daraufhin sei der Fühler gemäß den Vorschriften abgestellt worden. Mit dem Absturz könne dies nichts zu tun haben.

Aufgrund von Augenzeugenberichten war man davon ausgegangen, dass beim Start ein Triebwerk der zweistrahligen Maschine in Brand geraten war. Diese Annahme wurde durch ein Video jedoch infrage gestellt. Nach Angaben der Zeitung El Mundo erwägen die Experten nun zwei andere Hypothesen: Entweder lösten sich von einem Triebwerk beim Start Teile, die das Leitwerk beschädigten; oder die Maschine erlitt an beiden Motoren einen plötzlichen Leistungsabfall. Das Flugzeug hatte laut Wetteramt beim Start leichten Rückenwind, was das Abheben erschwert.

Die ersten Opfer wurden in ihren Heimatorten in verschiedenen Regionen Spaniens beigesetzt. Tausende von Menschen erwiesen den Toten die letzte Ehre. Ärger gab es um die offizielle Trauerfeier, die am 1. September in der Madrider Almudena-Kathedrale stattfinden wird. Protestanten und Muslime beklagten, dass die Feier als katholischer Gottesdienst abgehalten werden soll.

Das Flugzeugunglück beschäftigt auch das spanische Parlament. Verkehrsministerin Magdalena Alvarez wird die Abgeordneten am kommenden Freitag über die Katastrophe unterrichten.