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Fanpost:Liebe Sabine Christansen!

Die Regenbogenblätter feiern überschwänglich das neue Liebesglück der TV-Moderatorin. Christiansen-Fan und SZ-Autor Hans Hoff hat jedoch Bedenken.

Liebe Sabine Christiansen,

Sabine Christiansen mit ihrer klugen Brille.

(Foto: Foto: DPA)

wie dem überlauten Rauschen der Bäume am Boulevard der Regenbogenblätter zu entnehmen ist, sind Sie frisch verliebt und "sooo glücklich!". Sooo mit drei o und einem Ausrufezeichen hinter dem Glück. Einen Neuen sollen Sie haben an Ihrer Seite.

Sechs Monate, nachdem die Sache mit dem letzten Neuen ein bisschen alt aussah, planen Sie angeblich bereits einen "Liebesurlaub" mit dem Pariser Modemacher Norbert Medus, dem Gründer einer trendigen Jeansmarke, der so zurückgezogen agiert, dass selbst Bild auf die ansonsten zwingend notwendige Altersangabe verzichtete und nur auf ein verschwommenes Schwarz-Weiß-Bild verweisen konnte.

Es ähnelt, mit Verlaub, allerdings eher einem Phantomfoto, mit dem man auch nach einem schlecht rasierten George Clooney fahnden könnte.

Sie selbst, gnädige Frau Christiansen, lassen durch Ihren Sprecher mitteilen, dass Sie über private Angelegenheiten grundsätzlich nicht sprechen.

Richtig so. Das entspricht Ihrer durch und durch aristokratischen Grundhaltung, mit der Sie auch über den Sonntagabend in der ARD herrschen.

Dort lassen Sie zuverlässig die Politikerpuppen tanzen und wissen in Ihrer von bewundernswerter Noblesse getragenen Souveränität, dass es nur der Quote schaden würde, störten Sie deren Mitteilungsdrang durch unschickliches Nachfragen.

Indes gibt es trotzdem Anlass zu Befürchtungen. Bevorzugten Sie in Sachen Männer bislang nämlich eher eine zuverlässige Kombination aus gediegenen Typen der Marken Grau- und Zweireiher, so scheint es nun, als hätten Sie Ihr großes Herz an einen verschenkt, der es in Sachen Kleidung eher salopp meint, der auf dem Phantombild wohl auch deshalb so überschäumend lacht, weil Topstars wie Monica Bellucci und Brad Pitt angeblich seine Jeansmarke nutzen.

Aus gegebenem Anlass daher ein Gesuch. Bitte lassen Sie Ihren Norbert nicht Ihren Modegeschmack beeinflussen. Wägen Sie wohl, ob er es mit der deutsch-französischen Liaison ehrlich meint oder ob er vielleicht doch nur ein neues Modell sucht, um seine Golden-Ager-Kollektion vorzuführen.

Widerstehen Sie, gnädige Frau. Keine Jeans am Sonntagabend. Bleiben Sie so wie Sie sind, so edel, so würdevoll.

Deutschland braucht Sie, Ihren klugen Blick über die Lesebrille und Ihr unvergleichliches Beine-übereinander-Schlagen, denn seit dem Abgang von Margarethe Schreinemakers kann das keine so wie Sie.

Ihr Hans Hoff

© SZ vom 29.3.2006
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