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Ernst August von Hannover:Woher kamen die Verletzungen?

Schlagring, Faust oder flache Hand? Woher die Verletzungen des Hoteliers kamen, die er nach einem Streit mit Ernst August davongetragen hat, soll ein Rechtsmediziner klären.

Der Vorfall liegt mittlerweile mehr als neun Jahre zurück. Im Januar 2000 soll Prinz Ernst August von Hannover einen deutschen Hotelier in Kenia krankenhausreif geschlagen haben. 445.000 Euro Geldbuße hätte der Adelige für seine angebliche Prügelattacke bezahlen können und alles wäre vorbei und vermutlich auch bald vergessen. Er will es aber offensichtlich anders haben.

Von Lügengeschichten, die im Gericht erzählt worden seien, hat er im Juli gesprochen. Ernst August hatte er sein angebliches Opfer und drei kenianische Augenzeugen wegen Falschaussage angezeigt. Sie hatten ausgesagt, Ernst August habe den Hotelier Josef Brunlehner mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen, nachdem es zu einem Streit gekommen war, weil der Adelige sich über die nächtliche Störung durch laute Musik aus Brunlehners Disco geärgert hatte.

Ob nach dem Wortgefecht, nur Ohrfeigen verteilt wurden oder die Fäuste flogen und dabei sogar möglicherweise ein Schlagring zum Einsatz kam, das war ein Punkt, der das Landgericht in Hildesheim schon mehrmals beschäftigt hatte.

Um diese Frage wird es erneut im Gerichtssaal gehen: Im Prozess um die angebliche Attacke des 55-Jährigen wird nun ein Rechtsmediziner gehört. Der Gutachter soll Angaben darüber machen, wie die Verletzungen des Opfers zustande kamen und ob möglicherweise ein Schlagring benutzt wurde.

Ernst August hatte den Angriff eingeräumt, will dem Hotelier allerdings nur Ohrfeigen verpasst haben. Das Opfer spricht von massiven Verletzungen. Im neu aufgerollten Verfahren will Ernst August eine mildere Strafe erreichen. 2004 war er wegen der Attacke zu einer Geldstrafe in Höhe von 445.000 Euro verurteilt worden. Ob der Adelige wieder persönlich im Gerichtssaal erscheinen wird, ist ungewiss.