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Eislingen-Prozess:"Auf Bitten 31 Schüsse abgegeben"

Im Prozess um den Vierfach-Mord von Eislingen gesteht der 19-jährige Frederik B., der alleinige Täter zu sein. Er habe auf Bitten des Sohnes der getöteten Familie gehandelt.

Im Prozess um den Vierfachmord von Eislingen hat der Schulfreund gestanden, die Tat alleine begangen zu haben. Ihm und dem Sohn der Familie wird vorgeworfen, die Eltern und die beiden Schwestern in der Nacht zu Karfreitag aus Habgier erschossen zu haben.

Vierfachmord von Eislingen, dpa

Polizeibeamte in Eislingen nach der Tat: Jetzt hat der 19-jährige Frederik B. ein Geständnis abgelegt.

(Foto: Foto: dpa)

Der Geständige erklärte unter anderem, "auf Bitten von A.H. (dem Sohn der Familie) die 31 Schüsse auf dessen Familienmitglieder abgegeben zu haben", teilte das Landgericht Ulm am Mittwoch in einer Pressemitteilung nach Verhandlungsende mit. Das Motiv blieb nach Angaben seines Anwaltes Klaus Schulz weiter unklar.

"Mit dem Motiv tut er sich ganz arg schwer", sagte Schulz. Nach wie vor gebe es keinen eindeutigen Grund für die Tat. Der Anwalt erklärt sie damit, dass der 19-Jährige in einem Abhängigkeitsverhältnis zu dem Sohn der getöteten Familie gestanden habe. "Er hat ein neutrales Verhältnis zu den Eltern und Schwestern gehabt und weder die Eltern noch Schwestern gehasst."

Die beiden sollen die Tatwaffen und weitere 15 Waffen im Oktober 2008 bei einem Einbruch in ein Schützenheim gestohlen haben. Im Prozess hatte sich der 19-Jährige bereits zu dem Einbruch in die Schützengilde in Eislingen geäußert.

Der Vierfachmord wird vor der Jugendkammer des Landgerichts verhandelt, da die beiden Angeklagten bei ihren Taten noch unter 21 Jahre alt waren. Die Öffentlichkeit ist während des Prozesses ausgeschlossen, weil die beiden Männer bei einigen der ihnen angelasteten Diebstähle noch minderjährig waren. Nur einige wenige Journalisten sind zugelassen. Doch auch sie mussten während der Vernehmung des Schulfreundes am Mittwoch vor der Tür bleiben.

Der Prozess geht nach Angaben des Gerichts am 11. November weiter. Bis einschließlich Dezember sind 43 Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Das Urteil wird am 27. Januar erwartet.

© sueddeutsche.de/dpa/abis/segi
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