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Einsatz im Irak:Angst um Prinz Harry

England zittert um Prinz Harry. Laut einem britischen Zeitungsbericht ist der 22-Jährige bereits Wochen vor seinem geplanten Militäreinsatz im Irak zum Angriffsziel geworden. Aufständische sollen konkrete Pläne haben, den königlichen Leutnant als Geisel zu entführen - und ihn als medienwirksamen "Skalp" einsetzen wollen.

Laut der britische Sonntagszeitung The Observer seien für die Entführung bereits verschiedene Fotos des Enkelsohns der Queen aus dem Internet heruntergeladen und an islamistische Milizen verteilt worden. Einige der gefährlichsten paramilitärischen Gruppen hätten bei den im Süden des Irak stationierten britischen Truppen Informanten eingeschleust, die den Aufenthaltsort und die Bewegungen des prominenten Briten herausbekommen sollen.

Einsatz im Irak: Angst um Prinz Harry

(Foto: Foto: dpa)

"Wir können die Tatsache nicht verbergen, dass er (Harry) da draußen von Bösewichtern erwartet wird", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Zeitung. "Wir gehen davon aus, dass sie seinen Skalp als eine medienwirksame Trophäe haben möchten."

Ungeachtet aller Gefahren für die Nummer drei in der britischen Thronfolge bleibe es dabei, dass Harry ab Ende Mai für sechs Monate im Irak eingesetzt wird, hieß es in Regierungskreisen. Es sei jetzt nicht mehr möglich, die Abkommandierung ohne Gesichtsverlust rückgängig zu machen. Der Prinz soll mit einer Einheit seines Eliteregiments "Blues and Royals" in den Irak gehen und dort einen elf Mann starken Aufklärertrupp führen. Er selbst hat darauf bestanden, trotz aller Sicherheitsbedenken im Irak eingesetzt zu werden.

Bereits am Freitag zitierte die Zeitung Daily Telegraph einen hohen Offizier der britischen Truppen in der südirakischen Hafenstadt Basra.. "Das Niveau der Bedrohung wird ständig neu analysiert." Erst am Donnerstag waren im Südirak zwei britische Soldaten von Aufständischen bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden. Seit Beginn des Irak-Kriegs im Jahr 2003 kamen bereits 144 britische Militärangehörige ums Leben.

Militärkreise räumten inzwischen ein, dass die Gefahr für britische Soldaten und damit auch für den Prinzen im Irak größer geworden ist. "Während es keine direkten Beweise dafür gibt, dass Terroristen die Nummer drei in der britischen Thronfolge gezielt angreifen wollen, haben sie doch insgesamt ihre Attacken auf die britischen Streitkräfte erhöht", berichtete der Korrespondent des Daily Telegraph aus Basra.

Prinz Harry hatte mehrfach darauf bestanden, mit seiner Einheit in den Irak zu gehen. Nach britischen Medienberichten hatte er sogar damit gedroht, den Dienst in den Streitkräften zu quittieren, falls ihm wegen seiner Zugehörigkeit zum Königshaus der Einsatz verwehrt bleibe.

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© dpa
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