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Benedikt XVI. in Frankreich:Papst würdigt Marienerscheinungen

Papst Benedikt XVI. ist im Wallfahrtsort Lourdes eingetroffen. Als Höhepunkt seiner Frankreichreise feiert er dort heute das Jubiläum der berühmten Marienerscheinungen.

Papst Benedikt XVI. feiert heute in dem Pyrenäenort Lourdes das Jubiläum der berühmten Marienerscheinungen einer jungen Müllerstochter. In einer großen Sonntagsmesse will sich der Kirchenführer auf dieser Etappe seines knapp viertägigen Besuchs in Frankreich über das Gastland hinaus an die Welt wenden.

Bei seiner Ankunft Papst Benedikts an der Grotte von Lourdes regnete es.

(Foto: Foto: dpa)

Der Papst war am Samstagabend in Lourdes eingetroffen. Zuvor hatte er im Herzen von Paris vor über 250.000 Gläubigen eine Messe zelebriert und dabei vor Geldgier und der Verehrung falscher Vorbilder gewarnt.

Der Besuch in Lourdes ist der pastorale Höhepunkt der ersten Reise Benedikts als Papst nach Frankreich. Bis zu 200.000 Menschen werden in dem weltbekannten Wallfahrtsort erwartet, wenn Benedikt XVI. die Marienerscheinungen der 14-jährigen Bernadette Soubirous an der Grotte von Massabielle vor 150 Jahren würdigt. Der Papst kommt danach mit den französischen Oberhirten zusammen, um über die Probleme der Kirche in Frankreich zu sprechen.

Am Abend war Benedikt bei kühl-regnerischem Wetter in Lourdes von zahlreiche Pilgern begeistert empfangen worden. Rufe wie "Es lebe der Papst" begleiteten ihn auf den ersten Etappen des Lourdes-Pilgerweges, der eigens für das Jubiläum der Marienerscheinungen angelegt worden war. Auch deutsche Fahnen wurden am Straßenrand geschwenkt, als Benedikt unter starken Sicherheitsmaßnahmen zur Grotte der Bernadette fuhr.

Ein Junge aus Lourdes brachte dem 81-jährigen Kirchenführer ein Glas des Quellwassers aus der Grotte, von dem sich viele Kranke Heilung erhoffen. Bei der abendlichen Lichterprozession rief der Papst die Gläubigen dazu auf, sich von Maria zum Beten anleiten zu lassen. "Dieser Akt, im Dunkeln mit Lichtern umherzuziehen, berührt unser Herz", sagte der Papst. "Es ist eine Geste, die unser Bedürfnis nach Licht ausdrückt", fügte er hinzu.

Er erwähnte, dass viele Menschen in Lourdes "heimlich auf ein Wunder hoffen". Das Wichtigste einer Pilgerreise nach Lourdes sei aber das "spirituelle Erlebnis", das den Blick verändere und die Flamme der Hoffnung leuchten lasse.

Bei schönem Spätsommerwetter hatte der Papst zuvor in Paris zwischen dem Invalidendom und der Seine eine Open-Air-Messe abgehalten. Ein Chor aus 2000 Sängern sorgte für einen besonders festlichen Rahmen. Nachdrücklich rief der Papst die Gläubigen auf, die Götzen der heutigen Zeit zu durchschauen, "die den Menschen von seinem wahren Ziel abhalten, von der Freude des ewigen Lebens mit Gott".

Idole und ihre Anbetung hielten den Gläubigen von der Wirklichkeit fern, sagte Benedikt. Er sprach von der Versuchung, die Vergangenheit zu schönen und dabei ihre Mängel zu vergessen, oder auch von der fernen Zukunft zu schwärmen in der Annahme, "dass der Mensch, allein durch seine Bemühungen, das Königreich der ewigen Freude auf Erden bauen kann".

Angesichts des Priestermangels nicht nur in Frankreich warb der deutsche Papst nachdrücklich für diese kirchliche Aufgabe. "Fürchtet euch nicht", rief er vor allem jungen Leuten zu, die eine Berufung zu dem Amt in sich spürten, "fürchtet euch nicht, euer Leben Christus zu überantworten".

Im Herzen der Kirche werde nichts das Priesteramt jemals ersetzen können, sagte Benedikt, der sich mit seinem Aufruf ausdrücklich auch "an den Rest von Frankreich und die Nachbarländer" wandte. Junge und nicht mehr so junge Leute sollten dem Ruf folgen und Christus nicht unbeantwortet lassen, mahnte der Kirchenführer.

Papstbesuch in Lourdes

Benedikt, der Pilger