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Anhängerin des Manson-Kults:Kein Erbarmen für todkranke Mörderin

Die schwer krebskranke Mörderin der US-Schauspielerin Sharon Tate, Susan Atkins, bleibt in Haft. Die Anhängerin des Sektenanführers Manson hatte auf eine "Entlassung aus Mitgefühl" gehofft.

Die wegen Mordes an der Schauspielerin Sharon Tate zu lebenslanger Haft verurteilte Susan Atkins (60) kommt nicht vorzeitig aus dem Gefängnis frei. Ein entsprechender Antrag der todkranken Frau, die seit 37 Jahren hinter Gittern sitzt, ist am Dienstag vom kalifornischen Begnadigungsausschuss abgelehnt worden, berichtete der Radiosender KCBS. Der Ausschuss Kommission sprach sich gegen eine vorzeitige "Entlassung aus Mitgefühl" aus. Eine Begründung nannten die zwölf Ausschussmitglieder, die ihre Entscheidung einstimmig trafen, nicht.

Undatierte Aufnahme von Atkins: Kein Erbarmen für die Ritualmörderin.

(Foto: Foto: AP)

Die frühere Anhängerin des Sektenanführers Charles Manson leidet an einem unheilbaren Gehirntumor. Als Folge ihrer Krankheit ist sie halbseitig gelähmt, ein Bein wurde ihr abgenommen. Nach Einschätzung der Ärzte hat sie nur noch wenige Monate zu leben.

Atkins Ärzte und die Leitung des Frauengefängnisses in Corona hatten den Antrag der Insassin im März befürwortet. Der staatliche Begnadigungsausschuss und ein Richter haben allerdings das letzte Wort. Bei einer Anhörung waren zuvor Befürworter und Gegner der Freilassung zu Wort gekommen.

Pam Turner, eine Cousine der ermordeten Schauspielerin, sprach unter Tränen über den Schock und die Trauer nach den brutalen Morden des Manson-Clans, berichtete die Los Angeles Times. Sektenanführer Manson (73) verbüßt eine lebenslange Haftstrafe im kalifornischen Corcoran-Gefängnis.

Im August 1969 hatte er Mitglieder seiner unweit von Los Angeles hausenden "Familie" zu einer barbarischen Mordserie ausgeschickt. Susan Atkins, Patricia Krenwinkel, Charles Watson und Leslie Van Houten töteten mit hunderten von Messerstichen zunächst im Hause des Filmregisseurs Roman Polanski dessen hochschwangere Ehefrau Sharon Tate und vier weitere Personen.

Einen Tag später ermordeten sie den reichen Geschäftsmann Leno LaBianca und dessen Ehefrau. Während des neunmonatigen Prozesses zeigte Atkins keine Reue und beteuerte stattdessen ihre Loyalität zu Manson, den sie "Jesus Christ" nannte.

Manson und die vier unmittelbaren Täter waren zunächst zum Tode verurteilt worden. Als der Oberste Gerichtshof der USA 1972 die Todesstrafe aussetzte, wurde das Urteil in lebenslange Haft umgewandelt.

© dpa/AFP/grc
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