Aborigines-Aufstand Ärger in Down Under

Die australische Regierung will etwas gegen Kindesmissbrauch tun. Den Aborigines gehen die Pläne gehen zu weit - sie drohen mit Ärger für die Touristen am Ayers Rock.

Aus Protest gegen Regierungspläne zur Eindämmung von Kindesmissbrauch drohen Aborigines in Australien mit einer Blockade des Ulurus. Der auch als Ayers Rock bekannte Berg ist eine Touristenattraktion im Northern Territory.

Die Kinder der Aborigines sollen besser vor Missbrauch geschützt werden.

(Foto: Foto: AFP)

Die Bewohner der Ortschaft Mutitjulu am Fuß des Sandsteinfelsens erwägen nun, den Touristen das Besteigen des Ulurus zu verbieten. Grund ist das rigide Vorgehen der Behörden gegen mutmaßlichen Kindesmissbrauch.

Die Regierung plant unter anderem, Alkohol und Pornografie in den betroffenen Aborigine-Gemeinden zu verbieten und ärztliche Untersuchungen für Kinder vorzuschreiben.

Protestform ziviler Ungehorsam

Ein Bewohner von Mutitjulu, Mario Giuseppe, sagte am Dienstag, die ortsansässigen Familien fürchteten, dass ihnen ihre Kinder weggenommen werden könnten.

Ein Sprecher der Bewohner, Vince Forrester, warf der Regierung vor, eine "Militäroperation gegen die ärmsten Bewohner Australiens" zu führen. Als Protestform komme ziviler Ungehorsam in Frage.

Ministerpräsident John Howard verteidigte den Plan der Behörden, dessen Umsetzung am Mittwoch mit der Entsendung von Soldaten und Polizisten in einige Townships beginnen soll. Es sei nötig, um Kindesmissbrauch zu beenden. Howard reagierte damit auf einen Bericht, dem zufolge Kindesmissbrauch im Northern Territory weit verbreitet ist.

Die Pläne sehen neben dem Verbot von Alkohol und Pornografie auch die Kürzung von Sozialleistungen für Eltern vor, die ihre Kinder vernachlässigen.

In Alice Springs etwa 340 Kilometer nordöstlich des Uluru, der früher Ayers Rock hieß, waren in den vergangenen Tagen Armee-Einheiten aufmarschiert. Sie sollen die zusätzlichen Polizeikräfte logistisch unterstützen, die abgestellt werden, um in den Gemeinden für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.

In den meisten Ortschaften leben die Menschen von Sozialhilfe. Gewalt ist an der Tagesordnung, die Kriminalitätsrate liegt deutlich über dem Durchschnitt der australischen Bevölkerung.