Unterwasser-Erlebniswelt "Hai-Tech" für Münchens Meeresbewohner

Noch deutet im Olympiapark wenig darauf hin, dass sich hier bald zahlreiche Wasserwesen vom Seepferdchen über den Thunfisch bis hin zum Katzenhai tummeln werden. Ostern 2006 soll das Großaquarium "Sea Life" eröffnen.

Von Katharina Böhringer

Über den Besucherköpfen gleitet ein Hai durch's Wasser, ein Rochen schwebt an blendend-bunten Korallen vorbei, daneben blubbert ein Hummer und die Bernsteinmakrele robbt sich durch den Sand - im Großaquarium "Sea Life" sind die Besucher selbst Teil der Unterwasserwelt.

Auf Du und Du mit dem Hai.

(Foto: Foto: dpa)

Auf zwei Stockwerken folgen die Trockentaucher dem Weg des Wassers von der Isar über die Donau bis zum Schwarzen Meer und zum Mittelmeer. Höhepunkt der Seereise durch Süß- und Salzwasser soll das Tiefseebecken werden: Durch einen zehn Meter langen Glastunnel können die Münchner die Tiere unmittelbar von allen Seiten beobachten.

Im Augenblick herrscht jedoch noch Hochbetrieb auf der Baustelle des 10,5-Millionen-Projekts. Zunächst musste der Hügel am Olympia-Eissportzentrum abgetragen und schließlich das Gebäude hochgezogen werden. Am Ende soll das Erlebnismuseum wieder ins Erdreich integriert werden. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Als nächstes bauen die Arbeiter die rund 30 Becken ein. Jedes einzelne ist eine Maßanfertigung. Die Palette reicht vom deckenhohen Glaszylinder über das hüfthohe Rochenbecken bis zum sieben Meter tiefen Mittelmeerbecken.

Am Montag sind schließlich die hochsensiblen Biofilter angekommen. Denn um das Gleichgewicht innerhalb der verschiedenen Wassersphären optimal halten zu können, bedarf es einer Menge Technik und der Hilfe einiger Organismen. Denn die Reinigung übernehmen jene mikroskopisch kleinen Lebewesen.

Drei Biofilter, sieben Meter lang und 1,40 Meter breit, wurden dazu per Kran durch eine spezielle Öffnung in die Decke eingefädelt und an ihren Platz gesetzt. Der größte von ihnen fasst ein Volumen von 15 Kubikmetern Biomasse. Millionen von Mikroorganismen werden in den Filtern leben und das Wasser auf natürliche Art reinigen. "Wir legen größten Wert auf modernste Aquarientechnik. Von ihr hängt schließlich das Wohlergehen tausender Lebewesen ab", erläutert der zuständige Aquarist Erik Jürgensen. Läuft alles weiterhin nach Plan, besiedeln im nächsten Jahr die über 10.000 Bewohner ihre Becken in Münchens "Hai-light".