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Pasing:Radl-Parkhaus wird gebaut

Trotz Bedenken hat der Stadtrat das 670.000 Euro teure Projekt am Pasinger Bahnhof abgesegnet.

(SZ vom 24.1.2002) - Im Dezember spielten SPD und Grüne beim "Demonstrator 1" noch den Terminator und lehnten das 670.000 Euro teure Radl-Parkhaus am Pasinger Bahnhof ab. Zwar gibt die SPD zu, dass dieser automatische Radl-Stellplatz immer noch "verdammt teuer" ist, wie Stadträtin Constanze Linder- Schädlich sagte.

Doch letzten Endes sei es doch kein "oberluxuriöses Projekt", sondern im Rahmen des Mobinet-Projekts durchaus sinnvoll, erklärte ihre Fraktionskollegin Barbara Scheuble-Schaefer.

Trotz aller Bedenken stimmten also SPD, Grüne sowie die Stadträtin Judith Schmalzl für das Vorhaben, nachdem sich zuvor sowohl KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle ("Wir sollten es uns etwas kosten lassen") als auch Stadtbaurätin Christiane Thalgott für die neuartige Radl-Parkstätte stark gemacht hatten.

Bedenken des Stadtrats, das Parkhaus für etwa 150 Räder werde massiv wirken und am Eingang zur Gartenstadt einen kontraproduktiven Akzent setzen, versuchte die Stadtbaurätin mit dem Hinweis zu zerstreuen, die Fahrrad-Herberge habe eine durchsichtige "Haut" und werde keinesfalls wuchtig wirken.

3800 Euro je Stellplatz

Für die CSU stellte Thomas Schmatz klar, dass 3800 Euro pro Radl-Stellplatz viel zu hohe Kosten seien: "Der Bund der Steuerzahler wird daran seine helle Freude haben." Im übrigen sei zu befürchten, dass die komplizierte Mechanik die gegen Gebühr eingestellen Räder nur nach geraumer Wartezeit heraus geben werde. Daher würden sich wohl längere Schlangen unzufriedener Nutzer bilden.

Die beiden anderen Demonstratoren wurden bereits im Vorjahr genehmigt. Die Abstell-Anlagen in Grafing und am Kieferngarten sind viermal billiger als das Pasinger Vorzeige-Projekt.

Im Vergleich zu Auto-Stellplätzen allerdings ist selbst das Pasinger Luxusmodell noch günstig: Ein Auto-Stellplatz in der Tiefgarage kann nämlich bis zu 36.000 Euro kosten.

bn