Olympiaturm Münchens Gigant wird 40

Vom Fernsehturm zum Wahrzeichen Münchens: Seit nunmehr 40 Jahren lockt der Olympiaturm als höchstes Bauwerk der Stadt Besucher aus aller Welt an.

Von Alfred Dürr

Er reckte sich schon mächtig in den Himmel, noch bevor man mit den Arbeiten für die Olympia-Anlagen begann. Das damalige Oberwiesenfeld war eine riesige Ebene, die gerade baulich für das Stadion, die Sporthallen und die weiteren Einrichtungen der Olympischen Spiele von 1972 vorbereitet wurde.

Münchens Olympiaturm wird 40 Jahre alt.

(Foto: Foto: ap)

Irgendwie ganz einsam stand der Turm mit dem dazugehörenden Kassen- und Restaurant-Flachbau am Rand dieses weiten Felds. Am 22. Februar 1968 ist er nach gut zweieinhalbjähriger Bauzeit eröffnet worden. Am heutigen Freitag hat er runden Geburtstag: Münchens mit Abstand höchstes Bauwerk ist 40 Jahre alt.

Ein Attraktion war er von Anfang an. 290 Meter! Dreimal höher als die Türme der mächtigen Frauenkirche! Das überragt wirklich alles andere in der Stadt. Zum Maßstab, an dem sich neue Hochhausbauten orientieren könnten, ist er freilich nie geworden. Ende 2004 setzten die Münchner mit einem Bürgerentscheid dann sogar durch, dass nichts, was künftig errichtet wird, höher als der Dom wachsen darf. Der Kirchturm bleibt der Orientierungspunkt beim Städtebau.

Aber zurück zum "Fernsehturm". So schlicht hieß der Gigant zunächst. Denn mit ihm sollten die Sendeleistungen der Hörfunk- und Fernsehprogramme verbessert werden. Die Bundespost und das Baureferat der Stadt planten die Stahlbeton-Konstruktion nach einem Entwurf von Sebastian Rosenthal unabhängig von den Sportstätten und der Parkanlage. Man hatte ja den Platz zum Bauen und außerdem stand er ziemlich zentral. Wunderbar, dass man quasi als Dreingabe einen mächtigen Akzent und ein Wahrzeichen für das Olympiagelände hatte - was sich auch im Namen niederschlug. Aus dem Fernsehturm wurde schließlich der "Olympiaturm".

Längst ist diese Touristenattraktion und der beliebte Aussichtsort in die Denkmalliste des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege eingetragen. Die Beschreibung, ganz nüchtern: "Über sich verjüngendem paraboloidem Schaft zwei Plattformgruppen; in der unteren Sende- und Fernmeldetechnik, in der oberen Drehrestaurant und Aussichtsplattformen; Mastspitze zylindrisch abgestuft." Inzwischen gibt es auch noch ein Rockmusik-Museum - sicherlich das höchste der Welt - mit verschiedenen Devotionalien der Stars.

Gebraucht wird der Turm nach wie vor für die Aussendung von Funksignalen aller Art. Hauptsächlich geht es um digitales Fernsehen, das unter dem Begriff Überall-Fernsehen vermarktet wird. Im April 2005 kam eine Spezialantenne an die Spitze des Turms. Ein russischer Transporthubschrauber unter Schweizer Flagge hatte innerhalb eines Tages die Vorgängerantenne abgehoben.

Das Bauwerk wuchs damit um 1,75 Meter und versorgt jetzt sechs Millionen Zuschauer in München und Südbayern. Und wer den Olympiapark besucht, der muss einfach auch auf die Aussichtsplattform. Fast 40 Millionen Menschen haben inzwischen den Blick auf die Stadt und das Umland genossen.

Ein Gigant wird 40

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