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Nach Fujitsu-Debakel:Die Anwender sind begeistert

Die neue Ausstattung finanziert sich auch noch selbst: Die Thin Clients haben nur knapp ein Zehntel des Energiebedarfs herkömmlicher PCs - mit der Kostenreduzierung beim Strom können die Anschaffungen bezahlt werden. Der Umwelt dient es auch: Auf diese Weise werden laut Klinikum jährlich Kohlendioxid-Emissionen von etwa 1,7 Millionen Tonnen gespart.

Die Stadtkliniken legen Wert darauf, alle Server- und Netzwerkkomponenten selbst zu betreiben. "Trotz des Personalaufwands, um alles in unserem Einflussbereich halten zu können, ist dieses neue Konzept um die Hälfte günstiger als konventionelle Mietleitungen", sagt IT-Leiter Götz. Die zwei Datencenter in Bogenhausen und Schwabing sichern sich gegenseitig ab. Von dort aus sind beispielsweise auch neue Softwareversionen binnen 60 Minuten an mehr als 5000 Arbeitsplätze verfügbar.

Die Anwender sind offenbar begeistert. Das zeigt ein Gespräch mit Walter Eichinger, 43, Chefarzt der Herzchirurgie in Bogenhausen. "Für Herzpatienten brauchen wir im Vorfeld Untersuchungsergebnisse von den zuweisenden Kliniken oder Arztpraxen", sagt er. Früher wurden die Filme von Herzkatheter-Untersuchungen und Ultraschallbilder auf CD gebrannt und durch Boten geliefert. Heute haben Eichinger und sein Team sofort Zugriff darauf, weil sie mit immer mehr Krankenhäusern und großen Arztpraxen in Oberbayern über das Portal ihres Computersystems direkt kommunizieren können. Im Gegenzug können autorisierte Ärzte von außerhalb sich jederzeit über die Therapie der von ihnen eingewiesenen Patienten informieren. "Und auch wir können innerhalb unserer Häuser auf Knopfdruck jederzeit und überall alle relevanten Bilder und Daten einsehen", begeistert sich der Spezialist für die Rekonstruktion von Herzklappen in minimalinvasiver Technik.

Eichinger spürt die Auswirkungen des IT-Service sogar im Operationssaal: Seit März sei durch die Verknüpfung mit anderen Kliniken im Umland die Zahl der Zuweisungen um das Dreifache gestiegen. Der Professor ist inzwischen so begeistert, dass er sogar höchstpersönlich seine Kollegen in anderen Häusern über die neuen Möglichkeiten informiert: "Diese Entwicklung mitzuerleben, ist sehr spektakulär."

© SZ vom 02.09.2013/tba
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