Münchens "Kameradschaft Süd":Der Wille zur Tat

Von einer "neuen Dimension des rechten Terrors" und der "Gefahr einer Braunen Armee Fraktion" sprachen Politiker und Ermittler, als im September 2003 in München eine Gruppe von Neonazis verhaftet wurde. Sie wollte Anschläge auf jüdische Einrichtungen verüben. Am Mittwoch hat Generalbundesanwalt Kay Nehm gegen die ersten Mitglieder der "Kameradschaft Süd" Anklage erhoben. Analysen von Annette Ramelsberger.

Sie fühlten sich als Elite. Eine rechtsextremistische Elite, die sich diszipliniert trainierte für den Kampf ums Vierte Reich. Die sich regelmäßig traf zur ideologischen Schulung. Die Nachwuchs rekrutierte. Die den politischen Gegner ausspionierte.

Die sich so konspirativ verhielt, dass sie ihre Termine und Treffpunkte nur mit Codewörtern durchgab. Und die innerhalb ihrer "Kameradschaft Süd" auch einen eigenen Namen hatte: Schutzgruppe (SG). Eine Elite mit einem ganz besonderen Ziel: Sie wollte, so sieht es Generalbundesanwalt Kay Nehm, mit Sprengstoffanschlägen die demokratische Ordnung in Deutschland beseitigen.

Der erste Anschlag sollte die Grundsteinlegung für das jüdische Gemeindezentrum am Münchner Jakobsplatz treffen: jenem Ort, an dem am 9. November 2003 der Bundespräsident, der bayerische Ministerpräsident und der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland versammelt waren.

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