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Münchens Großleinwände:Fast wie im richtigen Stadion

(Foto: Foto: SZ/Rumpf)

Chinaturm

Stadion-Atmosphäre:**** Deutschland-Fan-Faktor:***** Übertragungsqualität:*** Auslastung:***** Kulinarisches:**** Bierpreis: Maß 6,80 Euro

Im Englischen Garten, möchte man meinen, geht es eher ruhig zu. Fehlanzeige. Zumindest bei den Spielen der deutschen Mannschaft sollte man sich rechtzeitig einen Platz im Biergarten am Chinesischen Turm sichern. Der Bildschirm ist zwar groß genug, dass locker mehrere hundert Fans das Spiel verfolgen können, doch früh kommen lohnt sich. Anderthalb Stunden vor dem Anpfiff sind die Tische mit dem besten Blick längst besetzt, beziehungsweise vorab reserviert.

Für Münchner dürfte das nichts ungewöhnliches sein: Es geht zu wie auf der Wiesn. Die Frage, ob man sich noch dazu setzen darf, wird meistens mit einem mitleidigen Blick kommentiert. Der Massenandrang hat aber auch einen Vorteil: Es herrscht echte Stadionatmosphäre mit Sprechchören und Schlachtenbummlern. Dass der Bildschirm im Baumschatten steht, hat nicht nur für die Bildqualität Vorteile: Auch auf den Bäumen finden etwas Mutigere einen Platz. Der gute Blick vom Geäst geht indes zu Lasten der Kommunikation. Etwa die Hälfte der Besucher sind Frauen, im engen Gedränge lassen sich spielend Bekanntschaften schließen. Hoher Flirtfaktor.

Die Verpflegung ist typisch für einen Münchner Biergarten. Brotzeiten, warme Gerichte zu den üblichen Preisen. Der größte Vorteil für all jene, die keine Stadionkarten bekommen haben: Es gibt Münchner Bier (HB), der Preis fällt mit 6,80 Euro nicht aus dem Rahmen. Auch die Erreichbarkeit ist gut: Mit der U3 oder U6 zur Leopoldstraße, dann noch ein etwa zehnminütiger Spaziergang, oder mit dem Bus 154. Fazit: Der Chinaturm ist eine stimmungsvolle Alternative zum Stadion, vorausgesetzt man kommt nicht zu spät und muss sich dann mit schlechter Sicht begnügen.