Marie Louise Fischer gestorben Liebesromane und Jugendbücher für Millionen

Die Bestseller-Autorin Marie Louise Fischer ist im Alter von 82 Jahren in Prien am Chiemsee gestorben. Wie ihr Sohn sagte, ist sie nach einer Operation in einer Reha-Klinik "einfach eingeschlafen".

Mit ihren über 150 Liebesromanen und Jugendbüchern erreichte sie ein Millionenpublikum und war als eine der wenigen deutschen Unterhaltungsautoren auch international erfolgreich.

Übersetzungen in 23 Sprachen

"Sie hatte eine große Fangemeinde, die jedes Buch von ihr nachgefragt hat", sagte Vertriebsleiter des Lübbe-Verlags, Bernd Eckloff. Romane wie "Der Frauenarzt" oder "Eine Frau von 30" zählten zu den auflagenstärksten Titeln von Marie Louise Fischer. "Aber sie hatte nicht nur ein Highlight - alle ihre Bücher wurden im sechsstelligen Bereich verkauft", sagte Eckloff.

Fischers langjährige Sekretärin Ulrike Marx sagte, die Bücher seien in 23 Sprachen übersetzt worden und hätten eine Gesamtauflage von über 70 Millionen erreicht.

Marie Louise Fischer, die am 22. Oktober 1922 als Tochter eines Kaufmanns in Düsseldorf geboren wurde", "wollte immer schon Schriftstellerin werden", erklärte Marx. Nach der Schule studierte sie Germanistik, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte, arbeitete nach dem Krieg in der Werbebranche und schrieb nebenbei Kurzgeschichten für Illustrierte. Als erstes Buch erschien 1951 der Krimi "Zerfetzte Segel". Von da ab schrieb sie Romane wie am Fließband.

Von der Literaturwissenschaft ignoriert

"Die 70er und 80er Jahre waren ihre Hochzeit", sagte Eckloff. "Mit Heinz Konsalik war sie eine der wichtigsten Autoren im Unterhaltungsbereich." Wie Utta Danella habe sie "Frauen-Unterhaltung von der besten Seite" geschrieben. Die Literaturwissenschaft ignorierte sie, aber unzählige Leserinnen und Leser liebten ihre Bücher.

Im oberbayerischen Samerberg, wo sie seit der Heirat mit dem Schriftsteller Hans Gustl Kernmayr lebte und zwei Kinder großzog, schrieb sie bis zu ihrem 80. Geburtstag. "Sie saß täglich von zehn bis zwölf Uhr an der Schreibmaschine. Dann hat sie gesagt, jetzt reicht's, jetzt geh ich in den Ruhestand", sagte Marx. Ihr letztes Buch hieß "Einmal und nie wieder".

Sie arbeitete mehr im Garten, stickte Gobelins und spielte Skat und Billard, bis sie wegen eines Hüft- und Knieleidens ins Krankenhaus musste. "Es ging recht schnell", sagte ihr Sohn Andreas. Am Freitag soll Marie Louise Fischer in Samerberg beigesetzt werden.