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Sport Scheck: Umzug:Bewegung in der Fußgängerzone

Sport Scheck verlässt die Sendlinger Straße: 2013 will das Sportgeschäft einen Neubau am Dom beziehen - und damit der Konkurrenz beikommen.

Es muss ihnen doch ein wenig bange geworden sein in der Chefetage von Sport Scheck, diesem so klassischen Münchner Sportartikel-Kaufhaus mit Sitz an der Sendlinger Straße. Ein paar Meter weiter in der Rosenstraße verkauft Konkurrent Sport Schuster seine Skier, Lauf- und Bergsteigerausrüstung aus einem attraktiven Neubau heraus.

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Seit 1946 sitzt Sport Scheck an der Sendlinger Straße, von 2013 an lautet die Anschrift: Neuhauser Straße 19-21.

(Foto: Sport Scheck)

Und schon in wenigen Wochen wird ein neuer Gegenspieler am Münchner Markt auftauchen - der Hamburger Outdoor-Ausrüster Globetrotter eröffnet Anfang März 6500 Quadratmeter Verkaufsfläche im Rieger-Block am Isartor. Und Sport Scheck? Muss mit diesem etwas verschachtelten Komplex an seinem historischen Standort zurechtkommen, der so gar nicht mehr zu einem modernen Verständnis von Einzelhandel passen wollte.

Damit dürfte nun Schluss sein: Sport Scheck zieht um, im Herbst 2013 will das Unternehmen einen neuen Laden in der Fußgängerzone eröffnen. Das Unternehmen wird Hauptmieter im sogenannten Joseph-Pschorr-Haus, also jenem Gebäude in der Neuhauser Straße, das die Schörghuber-Gruppe derzeit an der Stelle des einstigen Karstadt-Hauses am Dom errichtet. Wie mutig der Schritt ist, zeigt nicht nur der bloße Standortwechsel - eine Immobilie in der Fußgängerzone ist wegen der Laufkundschaft schließlich wesentlich teurer als ein Haus an der Sendlinger Straße.

Auch in Bezug auf die Fläche ist der Wechsel ein Sprung nach vorn. Auf vier Stockwerken und mehr als 10.000 Quadratmetern wird es in Zukunft Sportartikel und Zubehör geben - am bisherigen Standort hat Sport Scheck gerade einmal 4500 Quadratmeter. In dem neuen Gebäude sollen deswegen auch alle Scheck-Aktivitäten in der Innenstadt gebündelt werden, der Kinderartikel-Laden auf der anderen Seite der Sendlinger Straße wird mit dem Umzug ebenso geschlossen.

Wobei über wesentliche Punkte dieses Umzugs erst noch verhandelt werden muss. Fix ist bislang nur die Unterschrift für den Einzug in die neue Immobilie. Mit den Eigentümern des bisherigen Stammhauses muss sich Sport Scheck hingegen noch auf die Einzelheiten des Auszugs einigen. Das dürfte nicht ganz einfach werden, sind doch die Besitzverhältnisse etwas verschachtelt.

Haupteigentümer ist die Familie Scheck, die das Sportartikelgeschäft Anfang der 1990er Jahre an den Otto-Konzern verkaufte, die Immobilie aber behielt. Die weiteren Beteiligten sind auch Brancheninsidern unbekannt - von einer Versicherung und einer Brauerei ist die Rede. Sport Scheck war 65 Jahre lang an dieser Stelle beheimatet.

Der Neubau an der Neuhauser Straße hat damit seinen wichtigsten Mieter gefunden - der Standort galt als sehr begehrt, auch große Textilketten wie die in München bislang nicht vertretene Peek&Cloppenburg zählten dem Vernehmen nach zu den Interessenten. Die Bayerische Hausbau, die das Gebäude für die Schörghuber-Gruppe errichtet, muss nun noch die aus ihrer Sicht passenden Kandidaten für die restlichen rund 8000 Quadratmeter Verkaufsfläche auswählen - man suche zwei bis drei weitere Mieter, die ebenso wie Sport Scheck langfristig in der Immobilie bleiben wollen.

Mindestens so spannend für die weitere Entwicklung der Innenstadt ist freilich die Frage, wie es mit dem Komplex an der Sendlinger Straße weitergeht. Die verschachtelten Flächen im heutigen Scheck-Stammhaus gelten im Einzelhandel inzwischen als schwer vermittelbar, sodass ein größerer Umbau notwendig sein wird.

Ein im Wortsinne naheliegender Weg gilt unter Branchenkennern dabei als unwahrscheinlich: dass das frei werdende Eckhaus in die Hofstatt integriert wird, also in das neu entstehende Gelände auf dem früheren Areal des Süddeutschen Verlages. Die Eigentümer hatten sich in der Vergangenheit gegen eine Zusammenarbeit gesträubt, inzwischen dürfte der Bau der Hofstatt zu weit fortgeschritten sein.

Sport Scheck freilich wird mit diesen Dingen nichts mehr zu tun haben. Man freut sich auf den vielen Platz, aus dem man ein "Flagship-Stammhaus der Superlative" machen will, und ist sicher, dass man trotz der immer größer werdenden Konkurrenz mehr Geld verdienen kann als heute. "Die Bevölkerung wird älter, da wird das Interesse an Sport und Gesundheit steigen", sagt Vorstandssprecher Stefan Herzog.