München in Zahlen:Multikulti im Millionendorf

München - das ist Multikulti und Maximilian, Museumsmetropole und Männerüberschuss. Waren Ihnen das jetzt zu viele M? Kein Problem - wir hätten neben der M-Flut noch ein paar typische Münchner Zahlen für Sie. In Bildern.

Tobias Dorfer

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Mädchen, Parkbank, Single, alleine, Herbst, Park, spazieren

Quelle: rowan/photocase.de

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München - das ist Multikulti und Maximilian, Millionendorf und Museumsmetropole, Männerüberschuss, Meckerei und Maßkrugfreude. Waren Ihnen das jetzt zu viele M? Kein Problem - wir hätten neben der M-Flut noch ein paar typische Münchner Zahlen aus dem Statistischen Jahrbuch für Sie.

München gilt als Deutschlands Single-Hauptstadt. Der Prozentsatz der Alleinstehenden soll in der bayerischen Landeshauptstadt besonders hoch sein. Vor allem weibliche Singles haben gute Karten. Denn in München gibt es einen Überschuss an Single-Männern. 50,87 Prozent der Herren sind noch (oder wieder) zu haben, bei den Frauen liegt die Quote mit 44,88 Prozent deutlich niedriger. Der Trend zum Alleinsein wird auch in den Standesämtern registriert, was sich darin äußert, dass die Standesbeamten von Jahr zu Jahr weniger zu tun haben. Denn die Zahl der Eheschließungen in München ist zwischen 2006 und 2009 um fast 25 Prozent gesunken. Übrigens: Die ausländischen Mitbürger sind bindungswilliger als die Münchner mit deutschem Pass - bei ihnen liegt die Singlequote deutlich niedriger.

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Quelle: Alessandra Schellnegger

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München ist Autostadt - kein Wunder, schließlich ist der Fahrzeughersteller BMW einer der größten Arbeitgeber der Stadt. 686.129 Kraftfahrzeuge tuckerten im Jahr 2009 durch München - häufig taten sie das, der chronischen Überlastung der Innenstadtstraßen sei Dank, nur im Schritttempo. Dennoch wollen vor allem die Bewohner im Zentrum der Landeshauptstadt auf ihr Auto nicht verzichten. In der Altstadt und im Lehel kamen im Jahr 2009 auf 100 Einwohner insgesamt 98 Fahrzeuge. In Milbertshofen-Am Hart waren es 66 und in Allach-Untermenzing 64. Die größten Automuffel wohnen in Obergiesing-Fasanengarten (36 Fahrzeuge auf 100 Einwohner), Au-Haidhausen (37) und Schwabing West (39).

Kind auf Schauckel, 2010

Quelle: Robert Haas

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691 Spielplätze gibt es im Stadtgebiet - nicht immer zur Freude der Anwohner. Die Kinder sind umso begeisterter, vor allem in den äußeren Stadtteilen Münchens lässt es sich gut spielen. Spitzenreiter ist Perlach-Ramersdorf mit 61 Spielplätzen, in Trudering-Riem gibt es 49, ebenso in Milbertshofen-Am Hart. Spielplatzflaute herrscht dagegen in der Maxvorstadt mit gerade einmal neun Anlagen.

Togolesische Touristen in München, 2010

Quelle: Alessandra Schellnegger

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München ist Multikulti. 308.000 Menschen, die in der Landeshauptstadt leben, haben keinen deutschen Pass - das sind 22,6 Prozent der Bevölkerung. 41.298 Menschen kommen aus der Türkei, aus Kroatien stammen 23.704 Münchner und aus Italien 20.769. Etwas einsamer dürfte sich der einzige Einwohner fühlen, der aus dem afrikanischen Land Gabun stammt. Auch aus Swasiland gibt es nur einen Vertreter in München - ebenso wie aus Monaco, St. Kitts + Nevis, Antigua + Barbuda und Kiribati.

"Highlight Towers" in München, 2005

Quelle: Robert Haas

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Bei 99 Metern ist Schluss. Höher als die Türme der Frauenkirche darf in München kein Gebäude sein. Dieser Beschluss stammt aus dem Jahr 2004 und war eine Reaktion auf den Bau mehrerer Hochhäuser: der Zentrale des Mobilfunkunternehmens O2 (Uptown München, 146 Meter) und der Highlight Business Tower I und II (126/113 Meter) - die nach dem Olympiaturm (291 Meter) zweit- bzw. dritthöchsten Gebäude der Stadt. Die Neuregelung wirkte sich sogleich auf den Neubau der SZ-Zentrale aus, er musste kleiner werden. Auch die Hauptverwaltungen von BMW (101 Meter) und Hypo-Vereinsbank (114 Meter) sind höher als erlaubt. Doch da sie bereits vor dem Bürgerentscheid errichtet wurden, dürfen sie auch weiterhin das Bild der Stadt zieren.

Flagge

Quelle: iStockphoto

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Deutschland liebt Österreich - und das nicht nur, wenn es um Sisi-Filme und Kaiserschmarrn geht. Nein, mit Liebe ist hier die echte, die körperliche Liebe gemeint. Denn wenn eine deutsche Münchnerin einen ausländischen Mann ehelicht, dann kommt dieser mit einer Wahrscheinlichkeit von 15 Prozent aus dem Nachbarland - ein Spitzenwert, der sich natürlich auch mit der räumlichen Nähe begründen lässt. Die österreichischen Männer sind damit deutlich beliebter als die Herren aus der Türkei (10 Prozent), Italien (8,6 Prozent) oder Großbritannien (5,5 Prozent). Die Münchner Männer suchen dagegen eher im Osten Europas - und besonders gerne in Polen (7 Prozent).

(Service-Bild) Keuchhusten - Eltern stecken ihre Kinder an

Quelle: ddp

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Der Name Maximilian ist in München allgegenwärtig. Die Studenten pauken in der Ludwig-Maximilians-Universität, politische Entscheidungen trifft der Bayerische Landtag im Maximilianeum und wer seiner Shoppinglust frönen möchte, kommt nicht an der noblen Maximilianstraße vorbei. Kein Wunder, dass Münchner Eltern ihre Söhne im Jahr 2009 am häufigsten, genau, Maximilian tauften. Ebenfalls beliebt sind Felix, Paul und Moritz. Und die neugeborenen Mädchen? Die wurden im vergangenen Jahr am häufigsten Anna, Emma und Sophia genannt. Ohnehin scheint Anna ein ziemlich beliebter Name in München zu sein. Denn betrachtet man nicht nur die Neugeborenen sondern alle Münchner, dann ist Anna der zweitbeliebteste Frauenname der Stadt, hinter Maria und vor Elisabeth. Die meisten Männer in München heißen Michael, Thomas und Andreas.

Ludwig-Maximilians-Universität in München, 2006

Quelle: ddp

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Zwei Groß-Unis gibt es in München - doch die sind völlig unterschiedlich, was sich unter anderem an den Studenten zeigt, die dort lernen. Die Ludwig-Maximilians-Universität ist eine Frauen-Uni. Der Anteil der Studentinnen liegt bei stolzen 62,3 Prozent, was wohl am Profil der Hochschule liegen dürfte. Denn die beliebtesten Studienfächer an der LMU sind Humanmedizin, Germanistik und Jura. An der Technischen Universität dominieren dagegen die männlichen Studenten (67,4 Prozent), hier wird vor allem Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik studiert. Und in diesen Studiengängen sind Frauen deutlich in der Unterzahl.

Museum Brandhorst

Quelle: ddp

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Inzwischen ist das Deutsche Museum zwar ziemlich in die Jahre gekommen, seinen Platz als beliebtestes Museum Münchens hat es aber auch im Jahr 2009 verteidigen können. 1.292.248 Menschen schauten im vergangenen Jahr durch die Ausstellungsräume auf der Museumsinsel sowie das Verkehrszentrum und die Flugwerft in Schleißheim. Auch im Schloss Nymphenburg gingen die Besucherzahlen zurück, von 551.410 (2008) auf 513.293 (2009). Shootingstar der Münchner Museumslandschaft ist die Sammlung Brandhorst, die - obwohl erst im Mai eröffnet - 247.324 Besucher zählen konnte, mehr als die Alte Pinakothek im ganzen Jahr. Prächtig entwickelt sich auch das Museum für Ägyptische Kunst im Hofgarten, das seine Besucherzahlen in den vergangenen Jahren stetig gesteigert hat: von 44.060 (2007) auf 62.186 Menschen im Jahr 2009 - ein Plus von 41 Prozent.

Touristen auf dem Münchner Oktoberfest, 2006

Quelle: Stephan Rumpf

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München ist ein Touristenmagnet - und das nicht zur Wiesn-Zeit. 9,9 Millionen Übernachtungen zählten die Hotelbetriebe in München im vergangenen Jahr, so hoch war die Zahl noch nie. Die meisten Touristen, insgesamt 283.934, kamen aus den USA. Aber auch aus Bella Italia strömen die Besucher in die bayerische Landeshauptstadt. 253.056 Gäste sorgten dafür, dass Monaco di Bavaria seinem Ruf als nördlichste Stadt Italiens noch immer gerecht wird. Eine Reise wert ist München auch für Briten (174.439 Besucher) und selbst die Schweizer (159.210 Besucher) genießen gerne die oberbayerische Gastfreundschaft.

Tosca-Premiere bei Münchner Opernfestspielen, 2010

Quelle: Stephan Rumpf

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Wer in München eine Opernkarte kaufen möchte, braucht mitunter Glück. Denn die Tickets sind begehrt. 94,5 Prozent der Plätze waren im Kalenderjahr 2009 belegt, meldete die Bayerische Staatsoper - damit lag die Auslastung noch höher als im Jahr 2008. Doch es gibt ein kleineres Theater, das der großen Staatsoper - zumindest in der Beliebtheit - den Rang abläuft: Das Theater der Jugend in der Schauburg schafft eine Auslastung von 97,8 Prozent. Mehr freie Plätze gibt es bei den Kammerspielen (Auslastung: 75,2 Prozent), im Staatsschauspiel (74,6 Prozent) sowie dem Gärtnerplatztheater (74,4 Prozent) und dem Prinzregententheater (71,6 Prozent).

Straßenbahn in München, 2010

Quelle: Robert Haas

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Über den öffentlichen Nahverkehr wird gerne geklagt - das ist in München nicht anders als im Rest der Republik. Und doch hat die Zahl der Menschen, die den Münchner Verkehrsverbund (MVV) nutzen, deutlich zugelegt. 619 Millionen Fahrgäste zählten die Statistiker im Jahr 2009, ein Jahr zuvor waren es noch 617 Millionen. Die Zahl der verkauften Fahrscheine ging dabei allerdings zurück. Ein Indiz für den Trend zum Schwarzfahren? Nein, heißt es beim MVV. Die Münchner würden vor allem weniger Einzelfahrkarten (Einnahmen von minus sechs Prozent im Vergleich zu 2008) kaufen. Dafür entdeckt man in der Landeshauptstadt die Liebe zur Tageskarte. Hier stiegen die Einnahmen um 13 Prozent.

Dackel badet in Brunnen, 2010

Quelle: Robert Haas

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Was wäre München ohne seine Zamperl, die kläffend durch den Englischen Garten geführt werden? Leiser vielleicht? Aber möglicherweise auch ein wenig ärmer. Denn wer einen Hund halten möchte, muss jedes Jahr 76,80 Euro an die Stadt zahlen, bei einem Kampfhund sind es sogar 613,80 Euro. Die Münchner kümmert das wenig - im Gegenteil: Seit 2005 steigt die Zahl der Tiere stetig an. Im vergangenen Jahr waren 29.561 Hunde in München gemeldet.

Kennzeichnung für saubere Restaurants

Quelle: dpa

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Sie kümmern sich um Hygiene in Restaurants, sie prüfen, ob Kühlketten eingehalten werden, sie nehmen Bäckereien, Eisdielen, Wochenmärkte und alle Bereiche in Augenschein, wo mit Lebensmitteln gehandelt wird: Im Jahr 2009 hatten die Münchner Lebensmittelkontrolleure jede Menge zu tun. 969 Verwarnungen und Bußgelder verhängten die Bezirksinspektionen, fast doppelt so viel wie im Jahr 2008.

777 Polizisten vereidigt

Quelle: ag.ddp

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Allach-Untermenzing ist offenbar ziemlich uninteressant für Kriminelle. Gerade einmal 870 Straftaten registrierte dort die Polizei im Jahr 2009. Deutlich mehr zu tun hatten die Beamten in Ramersdorf-Perlach (5567 Straftaten), Schwabing-Freimann (5857), Altstadt-Lehel (8960) sowie Ludwigvorstadt-Isarvorstadt (11.955). Insgesamt zählte die Polizei im vergangenen Jahr im gesamten Stadtgebiet 99.760 Straftaten.

Straßencafe in Schwabing, 2010

Quelle: Robert Haas

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München ist das größte Dorf Deutschlands, heißt es. Stimmt. München ist sogar ein Millionendorf. 1,36 Millionen Menschen leben hier - und doch geht es in manchen Stadtteilen ein wenig ruhiger zu. In Aubing-Lochhausen-Langwied teilen sich durchschnittlich elf Menschen einen Hektar, also auf 10.000 Quadratmeter, Fläche. Von derart paradiesischen Zuständen können die Bewohner der innerstädtischen Boomviertel nur träumen. 142 Einwohner kommen in Schwabing-West auf einen Hektar - und nur wenig besser ist die Situation in der Schwanthalerhöhe (134 Einwohner je Hektar) und Au-Haidhausen (132).

Münchner Innenstadt

Quelle: dpa

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Der Dom prägt das Stadtbild, der Bischof ist eben zum Kardinal ernannt worden - München ist katholisch. Zumindest haben 37,8 Prozent der Bewohner die katholische Konfession im Pass stehen. Deutlich schwächer vertreten sind in München die Protestanten, sie machten Ende 2009 gerade einmal 13,8 Prozent der Bevölkerung aus. Die größte Gruppe haben die Statistiker unter dem Punkt "sonstige" vermerkt. Fast die Hälfte der Münchner lässt sich keinem Glauben zuordnen.

Filmtheater am Sendlinger Tor in München, 2009

Quelle: Stephan Rumpf

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Liegt es am schlechten Sommer oder am guten Filmangebot? Die Münchner haben im vergangenen Jahr die Kinos gestürmt - und zwar vor allem in der Sommerzeit. Zwischen Mai und September 2009 haben die Filmpaläste der Stadt deutlich höhere Besucherzahlen registriert als im selben Zeitraum 2008. Insgesamt gingen die Münchner im Jahr 2009 durchschnittlich 3,6 Mal ins Kino.

Maß Bier

Quelle: ddp

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Was wäre eine Münchner Statistik ohne das Kapitel Oktoberfest? Klar, jedes Jahr meckern die Münchner über den hohen Bierpreis - aber dann gehen sie ja doch wieder auf die Wiesn. Nachdem 2009 eine Maß Bier durchschnittlich 8,53 Euro kostete, verlangten die Wirte beim Jubiläums-Oktoberfest 2010 bis zu 8,90 - und ganz sicher wird im kommenden Jahr die Grenze von neun Euro durchbrochen. Aber auch die Schmankerln und Brotzeiten werden Jahr für Jahr teurer. 2009 kostete ein halbes Brathendl im Schnitt 9,18 Euro, heuer haben die meisten Wirte etwa 9,40 Euro kassiert. Besonders exklusiv war das Hendl während der Jubliäumswiesn im Weinzelt (14,80 Euro - allerdings mit Kartoffelgurkensalat), in der Käferschänke (13,20 Euro) sowie im Hippodrom (12 Euro). Übrigens: Trotz der gestiegenen Preise wurde nie so viel Bier auf der Wiesn getrunken wie in diesem Jahr.

© sueddeutsche.de//sonn/bön
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