FrauenquoteLeistung und Leidenschaft

Die Diskussion erregt die Gemüter: Braucht Deutschland eine Frauenquote? Münchner Frauen in Führungspositionen erzählen, wie sie ohne Quote nach oben gekommen sind.

Frauenquote – Sonja Wiesner, 43, Partnerin bei Deloitte

Ein Ziel hatte Sonja Wiesner viele Jahre lang vor Augen: "Mit 40 will ich in einer Führungsposition sein." Klar war also, dass sich die Diplom-Kauffrau bei der Beratungsgesellschaft Deloitte nicht lange mit ihrem Einstiegsjob begnügen würde, und so schuftete sie sich nach oben.

Im internationalen Beratungsgeschäft bedeutet das: viele Stunden im Büro. Morgens um acht Uhr erste Telefonate mit Kunden in Asien, gerne mal abends um 23 Uhr die letzten mit US-Amerikanern.

Der Einsatz lohnte sich: Alle drei Jahre rückte Wiesner eine Karrierestufe weiter, ehe sie als Steuerberaterin zur Partnerin aufstieg. Sechs Beschäftigte arbeiten ihr seit drei Jahren zu, ihre Abteilung berät ein breites Spektrum vom kleinen Mittelständler bis zum Großkonzern in Steuerfragen.

"Es ist schon so ein Gefühl da, dass es schwerer sein könnte, als Frau nach oben zu kommen", sagt die 43-Jährige. "Aber das muss nicht objektiv so sein." Eine Quotenregelung hält sie zumindest bei Deloitte nicht für sinnvoll. "Aber ein Unternehmen muss ein Umfeld schaffen, dass Frauen aufsteigen können" - eine breite Akzeptanz von Heimarbeit etwa oder die Einrichtung eines Betriebskindergartens.

Bild: Robert Haas 6. Februar 2011, 14:362011-02-06 14:36:16 © SZ vom. 5.2.2011/bica