Drehorte im Landkreis München:Wo Chantal leise heulen musste

Die bekannteste Film-Schule Deutschlands steht in Unterhaching: Der Landkreis München ist bei Regisseuren wie Produzenten enorm beliebt. Die bekanntesten Drehorte.

Von Roman Schukies

Aus dem Gefängnis entlassene Aushilfslehrer, Männer in Raumanzügen, der deutsche James Bond, rothaarige Rotzlöffel: Im Landkreis München versammelten sich in den vergangenen Jahrzehnten merkwürdige Gestalten. Zum Glück nur im Film. Ob beim Dreh für den Pumuckl, Fack Ju Göhte oder Mister Dynamit: Der Landkreis ist bei Filmemachern beliebt. Und das aus vielerlei Gründen.

Die Nähe zu München hilft, die Budgets klein zu halten. Münchner Schauspieler, die sonst teuer untergebracht werden müssten, können am Ende des Drehtags in die Landeshauptstadt zurückfahren. Das gilt auch für freie Filmleute. Die Filmstadt München wimmelt von erfahrenen Beleuchtern, Ausstattern, Aufnahmeleitern und Maskenbildnern. Die müssten andernfalls in Hotels und Pensionen in Oberammergau, Berchtesgaden oder Schweinfurt wohnen.

Hinzu kommt die günstige Infrastruktur. Fast jeder Kamerakran und jede Baubühne muss irgendwo geliehen werden. Das ist in München einfacher als in Pforzheim. Und billiger. Die Zahl der Produktionen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vervielfacht. Der zur Verfügung stehende Platz jedoch nicht. Viele Locations in München sind daher teurer als jene im Umland. Außerdem ist die Umsetzung von Dreharbeiten komplizierter.

In München gab es 2014 insgesamt 3000 Drehtage

Viele Münchner sind von den dauernden Dreharbeiten genervt. An beinahe 3000 Drehtagen wurde die Landeshauptstadt im vergangenen Jahr in Szene gesetzt. Seit 2008 hat sich die Zahl der Drehgenehmigungen verdoppelt. Die Folgen: Straßensperrungen für größere Produktionen behindern immer wieder Verkehr und Alltag. Auch hier trumpft der Landkreis auf: Weniger Besiedlung heißt eben auch weniger Verkehr. Eine Straße in Aying zu sperren mag zwar aufregender sein, bleibt aber eben auch folgenloser und damit oft unkomplizierter.

Dazu kommen die Vorzüge, die auch viele Menschen für den Landkreis begeistern: Die einmalig schöne Landschaft, eine Vielfalt an Motiven und Sehenswürdigkeiten, Naherholungsgebiete, die gute Infrastruktur.

Wer weiß, mit welchen Folgen für den Landkreis. Bislang heißt es in Pressemitteilungen jedenfalls meist nur lapidar: "Gedreht wurde in München und Umgebung." Das würde sich dann ändern. Statt "Umgebung" könnte es dann Garching, Aschheim, Putzbrunn, Oberschleißheim oder Haar heißen.

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB