Günther Kaufmann Die Rolle seines Lebens

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen pflegte Alexandra Kaufmann jahrelang ein Verhältnis mit Hans-Joachim U. Ihn soll sie schließlich beauftragt haben, Hagen in dessen Villa in München zu überfallen.

Möglicherweise sollte das Rollkommando Hagen nur einschüchtern und ihn dazu veranlassen, auf seine Forderungen zu verzichten. In jedem Fall aber versprach sich das Trio einträgliche Beute bei dem als wohlhabend geltenden Hagen.

Zwei Versionen vom Geschehen

Was genau an jenem 1. Februar 2001 in der Villa in Großhadern geschah, ist unklar. Bislang gibt es zwei Versionen. Nach einer lebte Hagen noch, als die drei Männer das Haus mitsamt ihrer Beute verließen.

Nach der anderen, von der die Staatsanwaltschaft bislang ausgeht, erstickte er, zusammengeschnürt und geknebelt auf dem Boden, während das Trio das Haus durchwühlte.

Der Anwalt von Hans-Joachim U., der Münchner Strafverteidiger Florian Schneider, glaubt an die erste Version. Damit aber wäre völlig offen, wer Hagen letztlich umbrachte.

Eine der Schlüsselfiguren, Alexandra Kaufmann, kann nicht mehr vernommen werden. Sie erlag am 19. Mai 2002 ihrem Krebsleiden. Am 2. September 2002 widerruft Günther Kaufmann sein Geständnis. Er habe nur aus Liebe zu seiner Frau alles auf sich genommen, erklärt er. Nun fühle er sich von ihr hintergangen.

Ein neues Leben voller Fragezeichen

Am 25. November 2003 wird Günther Kaufmann aus der Haft entlassen, nach exakt 851 Tagen hinter Gittern. Für ihn beginne ein zweites Leben, verrät er einer Boulevard-Zeitung.

Doch das neue Leben des Günther Kaufmann ist voller Fragezeichen. Am 5. Oktober wird am Augsburger Landgericht sein Prozess noch einmal aufgerollt.

Vorher allerdings muss er am 21. Juli als Zeuge im Verfahren in München aussagen. Welche Rolle Kaufmann dann spielen wird, ist noch offen.