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Gisela Schneeberger über ihren neuen Film:"Dieter Dorn habe ich abgesagt, weil ich gerade meinen Urlaub geplant hatte"

SZ: Ist das ein Unterschied für Sie, ob Sie fürs Kino oder fürs Fernsehen drehen?

Schneeberger: In der Vorbereitung und beim Spielen eigentlich nicht. Jetzt im Vorlauf gibt es aber Unterschiede: Wir reisen durch bayerische Städte und stellen den Film dem Publikum persönlich vor. Das gab's früher nicht: Als ich die Filme mit dem Gerhard Polt gemacht hat, wurde noch nicht so viel Wind darum gemacht.

SZ: Erinnern Sie sich noch an Ihre ersten Auftritte mit Polt?

Schneeberger: Hanns Christian Müller, mit dem ich früher verheiratet war, kannte Gerhard Polt. Der hatte im Hinterhaus gewohnt und er im Vorderhaus. Gerhard hat damals noch Skandinavistik studiert, aber sie wollten immer etwas zusammen schreiben. Unseren ersten bayerischen Abend haben wir am Schillertheater in Berlin gemacht, an dem ich damals engagiert war. Hans Lietzau war zu der Zeit Intendant und hatte eine Platte vom Gerhard gehört, die Hanns Christian Müller produziert hatte. Und die fand er so lustig, dass er uns machen ließ. Von den Berliner Zeitungen sind wir aber total verrissen worden.

SZ: Nach Ihrer Rückkehr aus Berlin sollen Sie ein Angebot von Ingmar Bergman abgelehnt haben. Wieso das?

Schneeberger: Das bereue ich heute noch! Mein Leben besteht ja oft aus Absagen. Das hat schon früh angefangen, als mich der Dieter Dorn für die Salzburger Festspiele haben wollte. Das habe ich aber abgelehnt, weil ich gerade meinen Urlaub geplant hatte. Als ich aus Berlin zurückgekommen bin, spielte ich hier in München am Theater eine Gastrolle - und da hat der Bergman mich gesehen. Er hat dann am Tag nach der Premiere in der Früh angerufen und gefragt, ob ich bei ihm am Residenztheater mitspielen will. Ich war aber noch so verschlafen, dass ich gesagt habe: "Nein, ich muss jetzt erst mal Urlaub machen." Eigentlich habe ich immer irgendwie Urlaub gemacht.

SZ: Sie haben ja dann doch noch einiges gespielt in den vergangenen 35 Jahren. Worauf sind Sie besonders stolz?

Schneeberger: Den Film "Der Hahn ist tot" mag ich sehr gern. Die Arbeit mit Helmut Dietl war auch eine sehr wichtige Station. Und dann bin ich natürlich stolz auf die Sachen mit Gerhard Polt: Auf "Kehraus", "Fast wia im richtigen Leben" oder auch die Theaterstücke, die wir an den Kammerspielen gemacht haben. Das hat mich geprägt und auch bestärkt, politisch zu denken. Ich bin heute noch froh darüber, weil ich hoffe, kein so ein typischer Schauspieler zu sein, so im negativen Sinn.

SZ: Gibt es Pläne für neue Projekte mit Gerhard Polt?

Schneeberger: Ja, Gerhard hat ein neues Drehbuch geschrieben. Es soll ein kleiner Film werden, aber ich habe schon länger nichts mehr davon gehört. Ich weiß nicht, auf welcher Warteschleife das gerade ist.