Straßenbaukonferenz in Freising Bypass für den Hallbergmooser Kreisel

Staatliches Bauamt will Verkehrsstrom auf neuer B 388 vorerst mit Provisorium regeln - die Gemeinde sträubt sich dagegen

Kerstin Vogel

- Die Prognosen sind erschreckend: Wenn im Sommer 2013 die neue B 388 zwischen Fischerhäuser und Hallbergmoos freigegeben wird, wird die Zahl der Autofahrer, die auf diesem Weg von München zum Flughafen fahren, förmlich explodieren. Zählt man dort derzeit noch rund 17 000 Fahrzeuge pro Tag, werden es schon kurz nach der Eröffnung der so genannten Isarparallele leicht 10 000 Fahrzeuge täglich mehr sein, wie es am Mittwoch bei der Straßenbaukonferenz im Freisinger Rathaus hieß. Eine Prognose habe zwar 30 000 Autos täglich erst für das Jahr 2025 vorhergesagt, räumte Bauoberrat Peter Döbl vom Staatlichen Bauamt ein. Man gehe inzwischen jedoch davon aus, dass man 90 Prozent davon schon im kommenden Jahr erreichen werde.

Zu dringend wird im alltäglichen Verkehrschaos rund um München offenbar eine weitere leistungsfähige Anbindung des Münchner Flughafens benötigt - das Problem allerdings ist und bleibt die Frage, wie leistungsfähig die neue Strecke in ihrer gesamten Länge überhaupt sein wird. Nach wie vor ist offen, wie die wachsenden Verkehrsströme am Hallbergmooser Kreisverkehr Ludwigstraße bewältigt werden sollen. Das Staatliche Bauamt möchte die Strecke vom Hallbergmooser S-Bahnhof bis zum Kreisel langfristig dreispurig ausbauen und die Straße dann bis zum Anschluss an den Flughafenzubringer sogar auf vier Spuren aufweiten, wie Döbl am Mittwoch bestätigte. Der Verkehr in Richtung Hallbergmoos soll dann mit zwei Ampelanlagen geregelt werden.

Bis man soweit ist - und das ist bei optimistischer Schätzung frühestens Ende 2017 zu erwarten - will man den Verkehr auf einem so genannten Bypass am Kreisel vorbeiführen. Dagegen allerdings hat die Gemeinde Hallbergmoos geklagt: Die Flughafenanrainer fürchten, dass es dann bei der Übergangslösung bleiben könnte, außerdem fordert man aus Hallbergmoos ohnehin seit Jahren, die FS 44 beizubehalten und eine eigene Trasse für den Zubringer entlang der Bahnlinie zu bauen. Gegen diese neue Straße sprechen laut Döbl wiederum "naturschutzfachliche Gründe" - unter anderem gibt es Brutstätten des Kiebitzes im Bereich der vorgeschlagenen Trasse. Das Bauamt hält deshalb am Ausbau der bestehenden Straße fest - auch wenn erst im Planfeststellungsverfahren endgültig entschieden wird, wie Döbl einräumte. Das "Bypass-Provisorium" für den Kreisel liegt unterdessen auf Eis, bis voraussichtlich im Frühjahr über die Klage entschieden wird.

Insgesamt waren es rund 30 Straßenbauprojekte, über die sich die Verantwortlichen von Stadt, Landkreis und Behörden am Mittwochvormittag im Freisinger Rathaus ausgetauscht haben: von Umfahrungen bis hin zu Radwegeverbindungen. Die Erkenntnis von Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher lautete am Ende, dass der Landkreis "grundsätzlich gut dastehe" - auch, was etwa die Entschärfung von Unfallschwerpunkten angehe. Vereinbart wurde in der Runde unter anderem, das Problem der Radfahrer und Fußgänger an der Korbinianskreuzung gemeinsam anzugehen und damit auch nicht unbedingt auf die Fertigstellung der Nordostumfahrung zu warten.

Auch bei diesem Projekt tue sich im Übrigen entgegen dem allgemeinen Eindruck etwas, betonte Bauamtsleiter Peter Weywadel. So habe man unter anderem inzwischen den Grunderwerb für notwendige Ausgleichsflächen abschließen können und rechne nun damit, den erforderlichen Erörterungstermin im Sommer kommenden Jahres durchführen zu können. Das Planfeststellungsverfahren für die Nordostumfahrung der Stadt Freising läuft seit dem Jahr 2009. Zahlreiche Einwendungen und gesetzliche Änderungen im Bereich des Naturschutzes haben allerdings immer wieder Umplanungen erforderlich gemacht. Weywadel versicherte jedoch, dass die Umgehungsstrecke für die B 301 "eines der wichtigsten Projekte" für seine Behörde sei.

Der Kreisel bei Hallbergmoos wird den Verkehrsströmen bald nicht mehr gewachsen sein.

(Foto: Marco Einfeldt)