Rücktritt mit Paukenschlag Einzelkämpfer für die Stadt

Efi-Vorsitzender Markus Kleindienst beklagt mangelnde Unterstützung und erklärt seinen Rücktritt

Von Kerstin Vogel

- Paukenschlag beim Einkaufszentrum Freisinger Innenstadt (Efi): Nur wenige Tage nach dem erfolgreich organisierten Christkindlmarkt hat der Vorsitzende der Gemeinschaft, Markus Kleindienst, sein Amt niedergelegt und seinen Austritt verkündet. Hinter den Kulissen rumort es gewaltig; offenbar haben schon einige Efi-Mitglieder angekündigt, Kleindienst folgen zu wollen. Den Vorsitz wird kommissarisch Wolfgang Billmayer übernehmen.

Es war ein Brief seiner Vorstandskollegen, der für Kleindienst das Fass wohl endgültig zum Überlaufen brachte. Noch einmal war in diesem Schreiben die neue Vereinbarung mit der Stadt zur Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt thematisiert und kritisiert worden, die für Kleindienst einen Erfolg darstellt. Teile der Efi können sich aber mit der ausgehandelten Regelung, nach der die Stadt die Weihnachtsbeleuchtung in Zukunft zahlt und die Efi eine Pauschale beisteuert, nicht anfreunden - weil Nicht-Mitglieder damit nicht mehr an den Kosten beteiligt sind.

Doch für Kleindienst war diese Auseinandersetzung nur noch das Tüpfelchen auf dem i. In der Mitteilung, die er am Freitagnachmittag verschickt hat, kritisiert er, dass er sich nach eineinhalb Jahren als Efi-Vorsitzender als "Einzelkämpfer" fühle. Er beklagt die fehlende Unterstützung durch die Mitglieder ebenso wie mangelnden Teamgeist. Kleindienst wörtlich: "Mit einer lethargischen Erwartungshaltung wird davon ausgegangen, dass der Vorsitzende in Person alle Arbeiten übernimmt. Ohne klare Signale für die Beteiligung an Veranstaltungen und die aktive Bereitschaft, sich in die Vereinsarbeit einzubringen, bin ich nicht länger gewillt, den weiteren Weg als Vorsitzender zu gehen."

Er sei der Efi 2005 beigetreten, weil in einer Gemeinschaft Aktionen effektiver entwickelt und umgesetzt werden könnten, als es einer Einzelperson möglich sei, schreibt Kleindienst weiter. Seither habe er sich für den Verein eingesetzt und Aktionen angeschoben, wie die Finanzierung der Bimmelbahn und die Entwicklung des Einkaufsführers. In den vergangenen Jahren sei er federführend an der Gewinnung von 23 Mitgliedern beteiligt gewesen und habe 2011 den Schritt in den Vorstand gemacht. Seitdem habe man Aktionen wie die verkaufsoffenen Sonntage oder das Candlelight-Shopping ausbauen und durch Attraktionen bereichern können.

Auch den erst am vergangenen Wochenende durchgeführten Christkindlmarkt bewertet Kleindienst als Erfolg, die Reaktionen der Besucher waren ihm zufolge durchweg positiv. Doch von der Efi-Spitze habe sich niemand blicken lassen - auch hier habe ihm jede Unterstützung gefehlt, so Kleindienst. Von Anfang an sei ihm von den Vorstandskollegen fast schon Gegenwehr entgegengebracht worden - so dass er jetzt, auch mit Rücksicht auf sein eigenes Geschäft und sein Privatleben Schluss machen müsse: "Ich muss die Notbremse ziehen, damit ich nicht noch mit einem Magengeschwür aufwache."

Wolfgang Billmayer, zweiter Vorsitzender der Efi, bestätigt vor allem eines: Die Kommunikation in dem 2011 gewählten Vorstand mit Kleindienst an der Spitze habe von Anfang an nicht gestimmt und "das Team hat einfach nicht zusammengefunden." Information sei jedoch nicht nur eine Hol- sondern auch eine Bringschuld - der Mangel an Kommunikation sei schon auf beiden Seiten zu beklagen gewesen. Das habe sich nicht zuletzt jetzt auch an der Art gezeigt, wie Kleindienst seinen Rücktritt mitgeteilt habe. Billmayer: "Ich habe davon am Freitagmorgen am Telefon erfahren, das empfinden wir als restlicher Vorstand schon als einen erstaunlichen Schritt." Offenbar sei Kleindienst frustriert, weil er sich allein gelassen fühle, so Billmayer weiter. Er selber trage jedoch mit Sicherheit seinen Teil zum Funktionieren der Innenstadt und deren Weiterentwicklung bei.

Genau mit Blick auf die Zukunft der Innenstadt und die Innenstadtkonzeption würde sich auch OB Tobias Eschenbacher eine "funktionierende Interessenvertretung der Geschäftsleute wünschen", wie er am Freitag sagte. Den Rücktritt von Kleindienst nannte er "sehr schade, gerade jetzt, wo der Christkindlmarkt so gut über die Bühne gegangen ist."