OB Eschenbacher beim Ortstermin Auenstraße darf bleiben

OB Tobias Eschenbacher verspricht den Anwohnern, sich im Stadtrat für den alten Straßennamen einzusetzen. Weit komplizierter ist die Lösung des Parkplatzproblems, das dürfte die Betroffenen noch einige Zeit lang beschäftigen.

Von Birgit Goormann-Prugger

Eine Sorge sind die Bewohner der Auenstraße los. So wie es aussieht, müssen sie sich nicht um neue Ausweispapiere kümmern. Weil es laut Stadtverwaltung immer wieder Probleme gab, die Gebäude an der Auenstraße zu finden - die Häuser tragen dort die Nummern 25 bis 307 - sollten nach einem Stadtratsbeschluss die Namen der einzelnen Stichstraßen geändert werden. Die Bewohner der Auenstraße selbst waren davon alles andere als begeistert und organisierten einen groß angelegten Protest - auch im Internet. Sie fürchteten den hohen bürokratischen Aufwand, den eine Straßennamensänderung mit sich bringen würde: Ausweise umschreiben, Kfz-Scheine neu ausstellen, Banken und Versicherungen informieren. Bei einem Ortstermin am Dienstagabend nun hat Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher den Bewohnern der Außenstraße zugesichert, er werde sich dafür einsetzen, dass sie ihren Straßennamen behalten können.

Von den rund 60 Anwohner, die zu dem Termin erschienen waren, erhielt er dafür Applaus. Die hatten ihn und die drei Vertreter der Stadtverwaltung mit zwei selbst gemalten Protestplakaten empfangen, "Auenstraße muss bleiben!", war darauf zu lesen. Über die Straßennamensänderung soll nun der Stadtrat noch einmal per "Abwägungsbeschluss" entscheiden. Eschenbacher hatte sich zuvor mit den Rettungsdiensten in Verbindung gesetzt, die nur ein paar kleine Änderungswünsche bei der Beschilderung hatten. "Darum gehe ich davon aus, dass auch der Stadtrat nicht mehr auf neue Straßennamen besteht".

Nicht so schnell lösen lässt sich vermutlich das Parkplatzproblem der Auenstraßenbewohner. Laut Bebauungsplan "Isarauenpark Süd" gibt es für die 144 Wohneinheiten 325 Stellplätze. 102 davon wurden jedoch von der Stadt abgelöst und auf 108 öffentlichen Parkplätzen direkt neben den Wohngebiet nachgewiesen. Das Problem: Diese Stellplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Flughafenbushaltestelle neben dem Schlüter-Gelände. Wochenendreisende und Kurzurlauber stellen ihr Auto also immer wieder gerne in dem Wohngebiet ab - auch wenn die Stadt dort mittlerweile eine 24-Stunden-Parkzone ausgewiesen hat und Strafzettel an Parksünder verteilt. Doch der Strafzettel ist für die Fremdparker immer noch günstiger als die Parkgebühren am Flughafen. Knöllchen bekommen nun aber auch die Auenstraßenbewohner und deren Besucher, wenn sie länger als 24 Stunden ihr Auto auf den öffentlichen Parkplätzen direkt neben ihren Häusern abstellen. Viele haben zwei Autos, viele, so hört man, nutzen die Garage auch als Abstellraum für Fahrräder und sperriges Kinderspielzeug. Für das Auto ist dort also kein Platz mehr.

Jetzt soll die 24-Stunden-Parkzone an der Auenstraße erst einmal wieder aufgehoben werden. Nur dann kann die Stadt nämlich nach Aussagen von Cornelia Hoffmann vom Ordnungsamt Anwohnerausweise ausstellen und auch nur dann, wenn der "Parkdruck", wie es im Fachjargon heißt, ein erheblicher sei. Der sei rechtlich dann gegeben, wenn Anwohner der Auenstraße regelmäßig in einem Umkreis von einem Kilometer keinen Parkplatz in der Nähe ihres Hause finden würden. Was darunter ist, sei einem gesunden Mensch zuzumuten, so der Gesetzgeber. Ein paar Wochen will man sich die Parklage nun ansehen und dann neu entscheiden.