Kriminalpolizei im Landratsamt Versuch der Bestechung

Die Landshuter Staatsanwaltschaft hat Räume im Landratsamt durchsuchen lassen. Es besteht der Verdacht der Vorteilsannahme. Das Landratsamt Freising selbst erstattete vor einigen Monaten Strafanzeige gegen Dritte und arbeitet jetzt eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Mehr war von dort nicht zu erfahren.

Von Birgit Goormann-Prugger

Die Staatsanwaltschaft Landshut hat am gestrigen Donnerstagvormittag Büroräume im Freisinger Landratsamt durchsucht. "Es besteht der Anfangsverdacht der Vorteilsannahme", erklärte dazu der zuständige Staatsanwalt Ralph Reiter am Nachmittag. Vorteilsannahme wird laut Strafgesetzbuch mit einer Geldstrafe oder - je nach Schwere des Falls - mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren bis fünf Jahren geahndet.

Ermittelt werde in diesem Fall gegen eine Baufirma und einen Mitarbeiter des Freisinger Landsratsamts, so Staatsanwalt Reiter. Angezeigt habe dieses Vorkommnis der Freisinger Landrat Michael Schwaiger selbst. "Der Freisinger Landrat hat sich in diesem Fall also vollkommen korrekt verhalten", versichert Reiter, der sich zu weiteren Details in diesem Fall nicht äußern wollte. "Ich muss mich da noch bedeckt halten, zunächst einmal gilt ja noch die Unschuldsvermutung", sagte er. Nur so viel: "Wir wissen, dass es einen Bestechungsversuch gab". Inwieweit dieser erfolgreich gewesen ist, und ob das möglicherweise schon öfter vorgekommen ist, sollen nun die Untersuchungen zeigen, die wohl noch ein paar Wochen dauern würden.

Dabei müssten noch mehrere Zeugen befragt und auch die beschlagnahmten Unterlagen und Computerdateien geprüft werden. Geklärt werden müsse auch, wer bei der betroffenen Firma letztendlich zur Rechenschaft gezogen werden könne. "Eine ganze Firma kann man ja nicht belangen, da braucht man eine Person, die dafür verantwortlich ist. Das ist dann der Chef oder der Prokurist". Sicher sei aber auch: Ohne einen begründeten Anfangsverdacht werde eine solche Durchsuchungsaktion nicht gestartet. "Das muss schon ein bisschen Gehalt haben", sagte Reiter. Mit dem Fall befasst war natürlich auch die Kriminalpolizei in Erding, der dortige Pressesprecher wollte zur Sache aber keine Auskunft geben und verwies gleich an die Staatsanwaltschaft in Landshut.