Kommentar Zumindest eine Dummheit

Anton Frankls Schwarzbau hat mit seinem Rückzug vom Amt des Planungsreferenten enden müssen

Von Kerstin Vogel

Am Rücktritt von Anton Frankl führte kein Weg vorbei: Wer bauen will, braucht eine Baugenehmigung. Das sollte jeder Bürger wissen, jeder Stadtrat weiß es ganz sicher - und ein Planungsreferent allemal. Frankl hat mit seinem Schwarzbau an der Ismaninger Straße also nicht unwissentlich einen Fehler begangen, sondern wissentlich gegen das Gesetz verstoßen. Zumindest als große Dummheit ist das zu werten. Hatte er gehofft, dass die beiden Wohnungen im alten Schweinestall unbemerkt blieben? Oder hatte er darauf gesetzt, dass man ihm die heimliche Nutzung schon durchgehen lassen würde? So oder so offenbart ein schwieriges Verhältnis zur Moral, wer sich selber Rechte herausnimmt, die er sozusagen von Amts wegen dem Normalbürger niemals zugestehen könnte - nicht als Planungsreferent des Stadtrats.

Das Bußgeld von 10 000 Euro konnte deshalb nicht die einzige "Strafe" für Frankls Handeln bleiben. Tatsächlich hätte auch die politische Konsequenz schon im Sommer, als er mit seinem Schwarzbau aufgeflogen ist, gezogen werden müssen. Wer - wie die Freisinger Mitte - glaubwürdig Politik machen will, dessen Protagonisten müssen schlicht auch glaubwürdig handeln.

Die Tolerierung von Schwarzbauten bei den eigenen Mitgliedern trägt sicher nicht dazu bei, ganz abgesehen von der Angriffsfläche, die sich dem politischen Gegner damit eröffnet hat. Natürlich hat die CSU die erste Gelegenheit genutzt: Die neue Einrichtung einer öffentlichen Vorstandssitzung der Christsozialen bot sich am vergangenen Montag förmlich an, um die Causa Frankl zu thematisieren. Kettenhund Helmut Kratzer, früherer Fraktionsvorsitzender der CSU im Stadtrat, seit langem ohne jeden Posten in der Partei, dafür aber garantiert voll des Zorns auf den ehemaligen Parteifreund Frankl, hat sich bestimmt nicht lange bitten lassen.