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Freisinger Advent auf dem Marienplatz:Alter Wunsch neu aufgelegt

Wenn die Obere Hauptstraße 2014 zur Baustelle wird, möchten die Weihnachtsmarkt-Veranstalter auf den Marienplatz. Die Debatte darum wurde teilweise erbittert geführt. Jetzt scheint die Efi einzulenken.

- Der Kulturverein "Prima leben und stereo" (Plus) möchte den Weihnachtsmarkt "Freisinger Advent" von 2014 an auf dem Marienplatz durchführen - und stößt damit eine Debatte neu an, die in der Vergangenheit in Freising schon oft und teilweise erbittert geführt worden ist. Erstmals allerdings ist möglicherweise auch das Einkaufszentrum Freisinger Innenstadt (Efi) mit im Boot.

Das Problem mit der Verlagerung des Weihnachtsmarktes in die Stadtmitte ist, dass dann der Grüne Markt in der Vorweihnachtszeit der Plus-Budenstadt weichen müsste. Außerdem müsste für den caritativen Christkindlmarkt, den die Efi aktuell mit Unterstützung von Rotary und Lions Club organisiert, ebenfalls ein anderer Standort gefunden werden. Dafür solle mit allen Beteiligten eine "für Freising gute Lösung erarbeitet werden", heißt es nun optimistisch in einer Mitteilung von Plus-Chef und FSM-Stadtrat Reinhard Fiedler. Er kündigt an, sich deshalb schon im kommenden Frühjahr mit der Stadtverwaltung, den Veranstaltern des bisherigen Wochenend-Weihnachtsmarkts sowie den Beschickern des Wochenmarktes an einen Tisch setzen zu wollen, "um für die Zukunft zu planen".

Hintergrund von Fiedlers aktuellen Überlegungen sind die Pläne der Stadt für den Ausbau der Oberen Hauptstraße und die Moosachöffnung, die im kommenden Jahr vorgelegt werden sollen. Der Verein Plus gehe davon aus, dass der "Freisinger Advent" 2013 zwar noch einmal an der Oberen Hauptstraße stattfinden könne. Doch "danach werden die Bagger anrollen", wie Fiedler erwartet - der Weihnachtsmarkt brauche also einen neuen Platz.

Ob das wirklich so kommt, ist indes offen. Im Haushalt der Stadt findet sich bis jetzt für 2014 nicht ein müder Cent unter dem Posten "Innenstadtkonzeption". Das allerdings kann am Stand des Verfahrens liegen: Dem Planungsausschuss war im Oktober eine Machbarkeitsstudie vorgestellt worden, die zu dem Ergebnis kam, dass die Öffnung der Moosach auf jeden Fall machbar ist. Darauf aufbauend soll nun ein Architektenwettbewerb durchgeführt werden. Die Kosten werden auf rund 4,2 Millionen Euro geschätzt, doch das ist natürlich zu vage für einen Haushaltsposten - zumal eben nicht klar ist, ob es wirklich schon 2014 soweit sein wird.

Andererseits ist der Ruf, den "Freisinger Advent" möglichst prominent mitten in der Stadt durchführen zu können, schon etwas älter. Zuletzt als es 2009 darum ging, von 2010 an einen privaten Veranstalter für den Weihnachtsmarkt zu finden, hatten die beiden damaligen Bewerber, das Plus-Team und die beiden "Uferlos"-Macher Michi Kasper und Vipo Maat, die Verlegung gefordert - unterstützt von der CSU, für deren Fraktion Fiedler damals noch Stadtrat war. Dieser Wunsch wurde vom Hauptausschuss jedoch knapp abgelehnt. Verwaltung, Efi und die Händler des Grünen Marktes hatten sich zuvor strikt dagegen ausgesprochen.

Der traditionelle Christkindlmarkt, den die Einkaufsgemeinschaft damals noch mit dem Verein Treffpunkt ausgerichtet hat, dürfe nicht verdrängt werden, hieß es unter anderem. Das Angebot Fiedlers, den caritativen Markt in den Freisinger Advent auf dem Marienplatz zu integrieren, lehnte der damalige Efi-Sprecher, FW-Stadtrat Richard Grimm, ab. Inzwischen aber hat die Einkaufsgemeinschaft mit Markus Kleindienst einen neuen Vorsitzenden - und der findet die Idee eines Weihnachtsmarktes auf dem Marienplatz "großartig". Kleindienst: "Da gehört er hin." Vorstellbar wäre für ihn, mit dem Efi-Markt dann an die Hauptstraße oder in den St. Georgshof auszuweichen.