Feuerwehrhaus Pulling Falsch geschätzt

Kosten klettern von ursprünglich 1,2 auf nunmehr 2,335 Millionen Euro. Wenn der Stadtrat am Donnerstag trotzdem zustimmt, kann mit dem Bau im September 2013 begonnen werden

Von Kerstin Vogel

- Die Liste der Freisinger Bauprojekte, bei denen die ursprünglichen Kostenschätzungen und die am Ende aufzubringende Summe auseinanderklaffen, wird immer länger: Aktueller Fall ist das Pullinger Feuerwehrhaus. Hatte es noch im Juli geheißen, das neue Gerätehaus dürfe maximal 1,4 Millionen Euro kosten - plus eventuelle Sonderkosten für Abbrucharbeiten und Altlastenentsorgung -, war am Montag im Hauptausschuss schon von 2,335 Millionen die Rede. In diese Summe sind nun alle anfallenden Posten eingerechnet, Abbruch und Altlastenentsorgung machen dabei jedoch nur 103 000 Euro aus. Die Kosten für den reinen Neubau belaufen sich jetzt auf 1,875 Millionen Euro.

Den ersten Antrag für den Neubau des Gerätehauses in Pulling hatte die Feuerwehr schon vor mehr als fünf Jahren bei der Stadt eingereicht. Die Notwendigkeit war stets unstrittig, der Hauptausschuss stimmte im April 2009 grundsätzlich zu - doch der damalige Oberbürgermeister Dieter Thalhammer sprach noch im Oktober 2011 lediglich von 1,2 Millionen Euro, die das Vorhaben kosten solle. Seitdem ist die Planung für den Neubau vorangetrieben worden. Im Mai dieses Jahres entschied der Hauptausschuss, dass zunächst ein Gremium aus Stadträten, Mitarbeitern der Verwaltung und Mitgliedern der Pullinger Feuerwehr den Bedarf bestimmen solle.

Zu den Wünschen die von den Pullinger Feuerwehrleuten eingebracht wurden, gehörte unter anderem, dass die Fahrzeughalle etwas höher werden sollte, als ursprünglich vorgesehen: Zur Wartung und Bestückung der Einsatzfahrzeuge sollten die Feuerwehrmänner auf den Wagendächern stehen können. Ein höheres Dach aber bedeutet natürlich mehr Baumasse: Diesem Umstand sind Mehrkosten von rund 270 000 Euro zu verdanken.

In seiner Sitzung im November diskutierte der Hauptausschuss bereits über Kosten von 1,6 Millionen Euro allein für den Neubau. Schon da war auch noch einmal mitgeteilt worden, dass die Ausgaben für den Abbruch des alten Feuerwehrhauses oder die Entsorgung möglicher Altlasten in der Summe noch nicht enthalten waren, ebenso wenig ein Posten für feuerwehrspezifische Ausstattung, wie es in der Beschlussvorlage hieß. In den Haushaltsentwurf für 2013 hat die Stadt dann 1,4 Millionen Euro aufgenommen, weitere 600 000 Euro sollen 2014 zur Verfügung gestellt werden - man rechnete insgesamt also mit Kosten von zwei Millionen Euro.

Neu war jetzt, dass nicht nur die Kosten für den Abbruch des alten Feuerwehrhauses und die feuerwehrspezifische Ausstattung (81 000 Euro) in der zuletzt vorgelegten Berechnung fehlten. Nachgereicht wurden am Montag auch noch Summen für den Hausanschluss (53 000 Euro), die provisorische Unterbringung der Feuerwehr während der Bauzeit (55 000), den Immissionsschutz und eine Verbesserung der Gebäudehülle (62 000) sowie "technische Außenanlagen" (90 000) und eine Verbesserung des Baugrunds (18 000). Damit würden die Gesamtkosten nun bei besagten 2,335 Millionen Euro liegen - eine Summe die der Hauptausschuss zur Kenntnis nahm, nicht ohne Verwaltung und Planungsteam zu bitten, diese Kostenberechnung noch einmal auf Einsparmöglichkeiten hin zu überprüfen.

Den Projektbeschluss soll nun der Stadtrat am Donnerstag, 13. Dezember, fällen, den Bauantrag will man im Februar stellen. Den Abbruch des alten Gebäudes sieht der Zeitplan im August vor, Baubeginn für das neue Feuerwehrhaus könnte dann im September 2013 sein - und die Einweihung im Mai 2014.

Die Feuerwehr muss ihre Ausrüstung vernünftig lagern können - doch Feuerwehrhäuser sind teuer.

(Foto: Marco Einfeldt)