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Fall im Fünfseenland:17-Jähriger mit Schweinegrippe infiziert

Ein Schüler hat sich vermutlich in einem Internat in England mit dem Virus angesteckt. Das Landratsamt sieht keine Ansteckungsgefahr.

Die Schweinegrippe hat jetzt auch das Fünfseenland erreicht: Ein 17-jähriger Schüler aus dem westlichen Landkreis Starnberg ist an dem gefürchteten A/H1N1-Virus erkrankt. Infiziert wurde er vermutlich in einem englischen Internat, wo er derzeit unterrichtet wird. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit ist dies der achte Fall in Bayern.

Mitte vergangener Woche war der 17-Jährige von England nach Hause geflogen. Kurz darauf zeigten sich bei ihm typische Grippesymptomen, er ging deshalb zum Hausarzt. Nach diversen Untersuchungen bestätigte das Labor des Allgemeinmediziners erst jetzt die Schweinegrippe. Der Schüler ist dank dem Grippemittel Tamiflu inzwischen schon wieder genesen, heißt es aus dem Starnberger Landratsamt.

Angst vor Ansteckung müssten die Landkreisbürger jedoch nicht haben, versichert Amtssprecher Stefan Diebl. Während der vergangenen Woche war der kranke Schüler zu Hause und hatte lediglich Kontakt zu einer Person. Um weitere Ansteckungen mit dem gefürchteten Influenzavirus zu vermeiden, muss der Vater des 17-Jährigen nun ebenfalls zu Hause bleiben bis eine Übertragung des Virus ausgeschlossen werden kann. Das Gesundheitsamt beobachtet ihn derweil.

In der Region München hat die Gesundheitsbehörde zuvor schon zwei Infizierte registriert: Anfang Mai war ein 43-Jähriger aus dem Landkreis Ebersberg nach einer USA-Reise an der Schweinegrippe erkrankt. Ende April meldete das Gesundheitsamt einen Fall aus dem Landkreis Freising. Ein Mann Mitte 20 kam mit dem A/H1N1-Virus aus Mexiko wieder.

Bislang sind dies alles Einzelfälle. Immerhin bei 23 Verdachtsfällen bestätigte sich die Influenza nicht, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gestern mit. In Sachen Schweinegrippe hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pandemie-Warnstufe fünf ausgerufen. Alle bayerischen Ärzte, Krankenhäuser und Gesundheitsämter sind deshalb zu "äußerster Wachsamkeit" angehalten.

Ein Krisenstab organisiert die nötigen Maßnahmen. Wer sich näher über die Grippe erkundigen will, kann sich unter Telefon 01805/996619 beim Bundesgesundheitsamt informieren. Das Telefon ist montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr besetzt, am Freitag nur von 8 bis 12 Uhr.

© SZ vom 03.06.2009/sonn