Zwischenbilanz am Kronthaler Weiher:122 Erste-Hilfe-Einsätze

Lesezeit: 3 min

Zwischenbilanz am Kronthaler Weiher: Für die Wasserwacht hat sich die Situation am neu eröffneten Kronthaler Weiher mittlerweile "auf alle Fälle gebessert".

Für die Wasserwacht hat sich die Situation am neu eröffneten Kronthaler Weiher mittlerweile "auf alle Fälle gebessert".

(Foto: Renate Schmidt)

Wasserwacht Erding hat am sanierten Naherholungsgebiet alle Hände voll zu tun. Anfangs erschwerten zugeparkte Rettungswege die Arbeit, das hat man nun offenbar im Griff

Von Regina Bluhme, Erding

5220 Stunden haben die Ehrenamtlichen der Wasserwacht Erding in dieser Badesaison bereits Dienst getan. Einen Einsatz am neu eröffneten Naherholungsgebiet Kronthaler Weiher wird Vorsitzender Bernd Janowsky nicht vergessen. Am 11. Juni 2017 wurden zwei Buben als vermisst gemeldet - und zum Glück beim Spielen gefunden. Doch der Ärger über den zugeparkten Rettungsweg ist Janowsky immer noch anzumerken. Die Parksituation auf dem Gelände hat sich seiner Beschreibung nach inzwischen gebessert. Engmaschige Beschilderung, regelmäßige Überwachung, Abschleppdienste und saftige Strafzettel zeigen offenbar Wirkung.

Die Suche nach den zwei Buben am Kronthaler Weiher ging zum Glück glimpflich aus, doch Janowsky will sich nicht ausmalen, was im Ernstfall aufgrund der zugeparkten Rettungswege hätte passieren können: "Schließlich zählt jede Sekunde." Kurz nach Eröffnung des erweiterten und neugestalteten Naherholungsgebiets im Juni kam es an heißen Wochenenden zu zum Teil chaotischen Zuständen am Parkgelände, Badegäste blockierten Rettungswege, fuhren mit ihren SUVs sogar Hänge hoch. Inzwischen habe sich die Situation "auf alle Fälle gebessert", berichtet Janowsky. Der Vorsitzende der Wasserwacht Erding führt das auf die gute Zusammenarbeit von Rettungsdiensten, der Stadt Erding und der Polizei zurück.

Die Stadtverwaltung habe zum Beispiel auf dem Parkplatz durchgehend alle paar Meter gut sichtbar eine entsprechende Beschilderung anbringen lassen, berichtet Janowsky. Bei hartnäckigen Falschparkern wurden auch schon Abschleppunternehmen beauftragt. Weil auf dem Gelände niemand mehr behaupten könne, er habe die Beschilderung nicht gesehen, liege hier "vorsätzliches Parken" vor und da koste das Bußgeld gleich mal doppelt so viel. Außerdem habe die Stadt einige Planken angebracht, so dass die Hänge nicht mehr als Parkplätze genutzt werden könnten.

"Für uns ist die Sache erledigt", sagt Anton Altmann, Leiter der Polizeiinspektion Erding. Die Beschilderung sei "klar und eindeutig." Das Ordnungsamt sehe regelmäßig nach dem Rechten und auch die Polizei, "wenn Not am Mann ist". Auch bei der Stadt Erding signalisiert Pressesprecher Christian Wanninger vorsichtig Entwarnung: In der letzten Zeit habe es bei der Stadt keine Beschwerden wegen der Parksituation am Kronthaler Weiher gegeben. Wanninger befürchtet allerdings, dass es an heißen Tagen "bei Massenandrang wieder eng wird." Janowsky gibt zu, dass die Situation am Parkplatz "noch nicht optimal" sei, aber er ist optimistisch: "Ich denke, das ist ein Prozess, der noch länger laufen muss. Das wird sich schon einspielen."

Gut eingespielt ist das Team der Wasserwacht Erding mit seinen 430 Mitgliedern und 80 Aktiven im Alter von 18 Jahren bis Mitte 60, die in der Wasserrettung integriert sind. Nachwuchssorgen hat die Wasserwacht keine. "Wir sind mehr als zufrieden", betont Janowsky. Die Ausbildung zur Wasserrettung sei gefragt. Dazu gehörten zum einen das Schwimmtraining und zum anderen die Gruppenstunden, in denen das Gemeinschaftsgefühl gefördert werde.

In der laufenden Saison ist die Wasserrettung 122 Mal zu Erste-Hilfe-Einsätzen bei den Badegästen ausgerückt, darunter waren Bienenstiche oder auch Verletzungen durch Scherben, "die leider immer wieder am Boden herumliegen". Versorgt wurden auch Verletzungen am Sprunggelenk oder ein ausgekugeltes Kniegelenk, Sonnenstiche, Hitzschlag. 14 Mal mussten Badegäste mit dem Sanka ins Krankenhaus transportiert werden. Zu drei Vermisstensuchen musste die Wasserwacht Erding ausrücken, darunter waren die beiden Buben und "ein Ehemann, der sich verratscht hatte". Zum Glück habe die Suche immer einen guten Ausgang genommen.

Zwölf Mal war bisher das Motorboot der Wasserwacht im Einsatz, insgesamt 20 Stunden. Die Wasserrettung ist in der Regel am Samstag von 13 bis 19 Uhr und sonn- und feiertags von 10 bis 19 Uhr vor Ort. "Je nach Wetterlage sind wir auch länger da", sagte Janowsky. Die Mitglieder seien alle "hoch motiviert." Das liege auch am Erweiterungsbau der Wasserwacht.

Vor 30 Jahren sei eine "Wasserwachthütte" am kleinen Kiesweiher errichtet worden. Er spreche immer noch von "der Hütt'n", bekennt Janowsky. Das habe Oberbürgermeister Max Gotz beim letzten Treffen "kurz zusammenzucken lassen". Von einer Hütte könne keine Rede mehr sein, der Bau der neuen Wasserrettungsstation sei mehr als notwendig gewesen, betont Janowsky. Schließlich sei aus dem kleinen Kiesweiher das Naherholungsgebiet Kronthaler Weiher geworden mit einer weitaus größeren Anzahl an Badegästen und einem erweiterten Aufgabenspektrum für die Wasserrettung. Zum alten Sanitätsraum führten beispielsweise früher sechs Stufen, "bei der Versorgung von Verletzten ein ganz schönes Hindernis". Nun liegt der Sanitätsraum ebenerdig und der Sanka könne direkt dort andocken. Eine Neuanschaffung wurde heuer in Betrieb genommen: Dank eines vierrädrigen Radls mit einem großen Transportkorb vorne dran müssen die Retter den gut 20 Kilo schweren Notfallrucksack nicht mehr auf dem Buckel schleppen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema