Wunschsterne für Kinder Sternenregen über Erding

Es war nicht zu übersehen: Am Freitag feierte die Wunschstern-Aktion in Erding Premiere. Von dem in blaues Licht getauchten Schönen Turm fielen die Sterne, so sah es zumindest aus.

(Foto: Renate Schmidt)

Die Hilfsaktion ist ein voller Erfolg. Neun Ardeo-Betriebe hängen die Zettel in ihren Räumen aus und innerhalb eines Tages finden fast alle davon Abnehmer, die jetzt das ersehnte Geschenk besorgen

Von Regina Bluhme, Erding

Christian Wanninger, Pressesprecher der Stadt Erding, war am Montag Vormittag mit einer ungewöhnlichen Aufgabe beschäftigt: Er zählte Sterne. Im Rahmen der Aktion "Erding hilft - ein Wunschstern unsere Kinder" hatte die Stadt insgesamt 115 Papiersterne an Schulen und Kindergärten verteilt, bedürftige Mädchen und Buben durften ihre Herzenswünsche für Weihnachten darauf schreiben. Am vergangen Freitag warteten dann die Sterne in neun Erdinger Innenstadt-Betrieben zum Mitnehmen. Sie blieben nicht lange hängen - für fast jeden Kinderwunsch hat sich jemand gefunden, der ihn erfüllen wird. 22 Sterne hatten am Montag noch keinen Abnehmer gefunden. Aber auch diese Kinder werden nicht leer ausgehen, versichert Wanninger.

Die Initiative für die Erdinger Wunschsterne kommt von Renate Essbaumer. Die Erdingerin besuchte im vergangenen Jahr ihre Tochter in Regensburg. Dort gibt es die Aktion bereits und sie habe zufällig einen Stern gegriffen, auf dem stand: Samy, drei Jahre, wünscht sich eine Hose, ein Paar Schuhe und ein Auto. "Der Gedanke, dass eine Mama im November kein Geld hat für Wintersachen, das hat mich so betroffen gemacht." Sie habe Samy die Kleidung gekauft und zusammen mit einem Spielzeug-Muldenkipper als Geschenk verpackt. Dann habe sie gedacht, "dass auch bei uns in Erding Familien leben, die bedürftig sind" - und Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) auf die Idee angesprochen. Der habe gleich ein offenes Ohr gehabt und im Oktober habe die Verwaltung die Sache ins Rollen gebracht.

Neun Ardeo-Mitgliedsbetriebe haben am Freitag die Hilfsaktion unterstützt. Diejenigen, die einen Stern aus dem Geschäft mitgenommen haben, haben ihren Namen hinterlassen und werden nun das entsprechende Geschenk besorgen. Abgabe ist bei der Stadt oder in den teilnehmenden Läden möglich. Die ersten hübsch dekorierten Päckchen stehen schon beim Ardeo-Vorsitzenden Wolfgang Kraus in seinem Modegeschäft Kraus am Eck. "Die Sternaktion war der Renner", sagt der Erdinger Geschäftsmann. "Bei uns sind alle Sterne weg. Wir hatten vielmehr Nachfragen als Sterne." Die Wünsche der Kinder reichten "von Spielzeug über Kleidung bis zum Handy", erzählt Christian Wanninger. Wolfgang Kraus weiß von Puppen, einem Fahrrad, vereinzelt auch von einer Playstation und einem Laptop. Im nächsten Jahr soll laut Essbaumer im Vorfeld darauf hingewiesen werden, dass elektronische Geräte den Rahmen sprengen.

Ein wenig Vorbehalte hatte es im Vorfeld von Seiten der Schulen wegen der Daten gegeben. Wie Günther Pech vom Stadtmarketing zuvor mitgeteilt hat, haben die Kinder nur ihren Vornamen und ihr Alter notiert. Nur die Schulen und Kindergärten wissen Bescheid, wer hinter dem Namen steckt.

Wolfgang Kraus ist begeistert von der Aktion. Mitgemacht haben auch Allianz Gänger, die VR Bank und die Innenstadt-Geschäfte Moosbauer, Mitterreiter, Reisinger, "Voll schee", Profunction und der Reisemark Erding. Er gehe davon aus, dass die Aktion im nächsten Jahr wiederholt wird. Für die 22 Wunschsterne, für die sich keine Abnehmer gefunden haben, werde sich eine Lösung finden, betont Christian Wanninger. Die Benefizaktion des Münchner Merkur "Licht in die Herzen" hat sich zuvor bereit erklärt, einzuspringen.

Im Rahmen der Hilfsaktion fand am Freitag ein verkaufsoffener Abend statt. Bis 22.30 Uhr hatten Läden ihre Türen geöffnet. Die Besucherzahlen seien "nicht überragend" gewesen, räumt Kraus ein. Ein großer Erfolg war an dem Abend laut Kraus die Beleuchtungsaktion am Schönen Turm. Dieser erstrahlte bis circa 22 Uhr in blauem Licht inklusive Sternenregen und der Inschrift "Wunschstern Erding hilft": "Das hat wirklich sehr schön ausgeschaut. Die Leute haben Fotos gemacht und gefilmt".